Kanada - 2018

27. Juni - 5. August 2018

Eine Reise zum Heilen

Ich freue mich, dass Ihr meinen Reisebericht von Vancouver Island in Kanada gefunden habt. Doch dieser Reisebericht ist anders als die bisherigen. Mein Gerd hat diese Welt im Mai 2018 viel zu früh verlassen und ich machte die Reise nach Kanada, um dort Zeit mit meinen lieben Freunden Faye und Mike zu verbringen und um meine Seele und Wunden zumindest etwas heilen zu lassen.

Dieser Reisebericht ist eine Art Briefe an Gerd, in denen ich ihn an die Orte mitnehme, die ich auf Vancouver Island besuchte. Und in denen ich versuchen werde, diesen grossen Verlust zu verarbeiten. Ob mir das jemals gelingt, wird die Zeit zeigen.

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Ich hoffe, dass Ihr trotz des eher traurigen Anlasses Spass habt beim Lesen des Reiseberichts sowie beim Betrachten der Fotos.

Sandra Schänzer
SA*GA Photography ~ Moments in Light ~

27. Juni 2018

Anreise: der erste Flug ohne Dich

Mein lieber Gerd,

fast genau zwei Monate ist es her, seit ich Dich verloren habe. Für mich ist es der 26. April 2018 – der Tag, seitdem meine Welt still steht. Du hast diese Welt zwar erst am 6. Mai verlassen, aber eigentlich wusste ich schon an diesem Donnerstag Morgen, dass nichts mehr so sein würde, wie es mal war.

Und nun bin ich heute mit dem neuen Clio, den Du nur zwei Wochen geniessen konntest, nach Basel in unsere Garage gefahren und dann mit dem ICE zum Frankfurter Flughafen. Es ist irgendwie nicht real und ich weiss auch gar nicht, was ich in diesem Zug mache. Die Landschaft des Markgräfler Lands und Südbaden zieht an mir vorbei und ich erinnere mich an so viele schöne Ausflüge und Erlebnisse in dieser Gegend, die wir so sehr liebten. Und ich schaue in die Richtung im Kaiserstuhl, wo Du Deine letzte Ruhe gefunden hast .

In Frankfurt lief ich wie in Trance zum Baggage Drop-off der Condor und anschliessend durch die Sicherheitskontrolle. Wie durch ein Wunder wurde ich diesmal nicht extra kontrolliert! Ich hatte nun über zwei Stunden Zeit, die ich in der Business Lounge der Lufthansa verbrachte. Zwei Gläser Wein liessen mich besser fühlen, aber ich konnte einfach nicht verdrängen, dass Du nicht da bist. Immer wieder suchten meine Augen die Lounge ab, ob Du nicht irgendwo am Buffet etwas zu Essen holst oder von der Toilette kommst. Aber Du kamst nie.

Es fühlte sich einfach nicht richtig an, ins Flugzeug zu steigen und ich habe während des Fluges auch sehr oft geweint und mich nach Deiner tröstenden Hand gesehnt. Das wird es nie wieder geben.

Der Flug in der Business Class der Condor war wie schon bei unserer letzten gemeinsamen Reise in die Karibik sehr gut. Das Essen hättest Du gemocht; es gab sogar die kleinen Nordseekrabben, die Du so gern hattest. Ich hatte mehr von dem guten Chardonnay als vom Essen und ja, ich weiss, dass das wieder besser werden muss – irgendwann... Leider gibt es vom Essen nur ein paar unscharfe Bilder; ich konnte es einfach nicht besser machen.

Viel geschlafen habe ich nicht. Immer wieder liefen unsere Flüge wie in einer Wiederholung vor meinem inneren Auge ab. Du fehlst einfach. Irgendwann verkündete der Flugkapitän, dass die deutsche Mannschaft an der Fussball Weltmeisterschaft gegen Südkorea verloren hatte und ausgeschieden war. Irgendwie auch wieder unwichtig für mich, weil mein Schmerz momentan einfach stärker ist als jedes Interesse für die Dinge, die mir mal wichtig waren.

Nach rund 11 Stunden Flugzeit kam ich in Vancouver an, wo mich Faye abholte. Ich war so froh, sie zu sehen und wir tranken nach der Ankunft erstmal ein Glas Wein im Terminal, um die Emotionen etwas in den Griff zu bekommen.

29. Juni 2018

Vancouver

Lieber Gerd,

nun bin ich schon zwei Tage mit Faye in Vancouver und langsam normalisiert sich der Jetlag. Neun Stunden Zeitverschiebung sind schon eine Menge! Faye hat mich am Flughafen abgeholt und wir bleiben drei Nächte im Apartment ihrer Cousine. Es liegt direkt am False Creek im 16. Stock mit einer schönen Aussicht auf die Stadt. Aber es ist auch sehr laut. überhaupt ist Vancouver eine laute Stadt und von der Skyline auch nicht ganz so spektakulär, wie ich es erwartet hatte. Aber vielleicht lag das auch nur am trüben Wetter .

Gestern haben wir mit dem Hop-on Hop-off Bus eine Stadtrundfahrt gemacht. Es hat Spass gemacht, aber immer wieder kamen auch dunkle Momente, in denen ich einfach daran dachte, wie schön es wäre, wenn Du jetzt dabei wärst. Der Markt auf Grenville Island hätte Dir gefallen – er hat mich sehr an den Victoria Market in Melbourne erinnert. Ein einziges Foto habe ich bisher gemacht. Fotografieren fühlt sich nicht gut an und ich bekomme dazu auch keinen Zugang. Aber heute Abend mache ich ein Panorama von der Skyline. Für Dich. Du hättest gewollt, dass ich zumindest eins mache.

Und ich habe es gemacht! Wir sind gegen 20 Uhr auf dem Sea Walk losgelaufen und ich platzierte mich in der Nähe des Science Centres, um die futuristische Kugel zusammen mit dem BC Stadium in das Panorama nehmen zu können. Der Sonnenuntergang war sehr schön mit farbigen Wolken – Du kannst Dir sicher vorstellen, dass mich das mega gefreut hat! Es dauerte dann fast 40 Minuten, bis das Licht endlich blau wurde, aber dann war es wunderschön mit den Lichtern der Stadt. Das Stadion war beleuchtet und die Farben änderten sich alle 30 Sekunden. So wurden es dann ein paar schöne Panoramen und ich habe mein Versprechen eingelöst.

Diashow Vancouver (Klick für grössere Bilder):
Vancouver SkylineVancouver MarinaSteam Clock
2. Juli 2018

Vancouver Island

Lieber Gerd,

mittlerweile sind wir auf Vancouver Island angekommen. Am 30. Juni nahmen wir den Bus zur Horseshoe Bay und von dort aus die Fähre nach Nainamo auf Vancouver Island. Mike und seine süsse Enkelin Emily erwarteten uns bereits und die Freude über das Wiedersehen war gross.

Wir fuhren zum Walmart und machten unsere Einkäufe für die nächsten Tage und dann zum Campingplatz, wo Faye und Mike in einem grossen Recreational Vehical ihr Sommerquartier haben. Ich bekam einen eigenen Trailer, wo ich aber nur schlief und sonst immer auf Faye's Grundstück war. Ich fühlte mich einigermassen wohl und genoss das Zusammensein mit Faye, Mike, Emily und dem hübschen Labrador Thor.

Es war ein langes Wochenende, da am 1. Juli Canada Day war, Kanadas Nationalfeiertag. Auf dem Campingplatz gab es allerlei Aktivitäten und ich fand die Gemeinschaft sehr schön. Überhaupt sind die Kanadier ein sehr nettes, hilfsbereites und kommunikatives Volk – sie haben immer Zeit für ein Schwätzchen .

Faye und ich machten einen Ausflug zu den Qualicum Falls, einem hübschen kleinen Wasserfall mitten im Wald. Es war oft zu sonnig, aber mit ein wenig Geduld kam ich zu einigen Fotos. Irgendwie ist es seltsam: obwohl ich die Zeit und die Natur genoss, war dort auf der anderen Seite immer diese tiefe Traurigkeit. Es fühlte sich auf eine Art alles nicht richtig an. Aber doch weiss ich, dass Du es genau so für mich gewollt hättest.

Danach fuhren wir zum Cathedral Grove, einem absoluten Märchenwald mit gigantischen Douglasien, die hier bis zu 75 Meter hoch werden. Dieser eine Baum ist dann auch schon 800 Jahre alt. Die Stämme in diesem kalten Regenwald sind dicht mit Moos bewachsen – genau so wie wir es auch in Neuseeland gesehen haben. Leider war es viel zu sonnig für gute Fotos und wir beschlossen, ein anderes Mal wieder zu kommen, wenn es bedeckter sein würde.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Cathedral GroveQualicum Falls

Mir reichten diese kleinen Aktivitäten, da ich mich doch nicht richtig auf die Fotografie konzentrieren konnte. Heute war es erst mal Zeit, Wäsche zu waschen und dann machten wir mit Emily einen Spaziergang zu den Spider Lakes. Die Landschaft war genauso, wie man sich Kanada vorstellt: ein schöner See, dichter Wald und eine Bergkette, auf dessen höchsten Gipfeln noch etwas Schnee lag. Nach Fotos war mir nicht zumute .

6. Juli 2018

Grizzlybären & Wale in Alert Bay

Lieber Gerd,

die letzten drei Tage verbrachte ich mit Faye in Alert Bay im Norden von Vancouver Island. Die Fahrt dorthin dauerte rund drei Stunden und dann nahmen wir von Port McNeil aus die Fähre hinüber zur Insel. Am Fähranleger sah ich dann meinen ersten Weisskopfseeadler! Wie sehr Du Dich darüber gefreut hättest! Wir hatten Glück mit dem Wetter und buchten für den ersten Tag eine Walbeobachtungstour mit Seasmoke Whale Watching, die auf der Insel ansässig sind.

Faye und ich trafen pünktlich am Office ein und wurden mit wasserdichte Schwimmanzügen ausgestattet, so dass wir wie Michelin Männchen aussahen . Als wir auf die Abfahrt warteten, zog ein einheimischer Fischer mit einem traditionellen Boot der First Nations an uns vorbei – ein kleines Kunstwerk! Am Morgen war es leider sehr neblig, so dass wir kaum etwas sahen, aber die Sonne löste den dichten Nebel nach einigen Stunden auf. Zu Beginn war es etwas schade, denn wir sahen einige Weisskopfseeadler, die man aber nur schemenhaft durch den Nebel erkennen konnten. Nach einer Weile trafen wir dann auf unsere ersten Buckelwale ! Leider müssen die Boote nach kanadischem Recht mindestens 200 Meter Abstand halten und so konnte man die gewaltigen Tiere nicht wirklich gut beobachten. Aber beeindruckend war es schon, wenn sie auftauchten und schliesslich nach ein paar Atemzügen wieder abtauchten.

Da es während der Tour am Anfang so neblig war, buchten wir kurz entschlossen eine zweite Tour am Nachmittag. Wir kauften Sandwiches und kehrten zügig zum Boot zurück. John, unser Skipper, erwartete uns bereits mit vier weiteren Gästen und es ging gleich wieder los. Diesmal war es viel besser und wir konnten auf der Fahrt zu den Walen die schöne Landschaft mit den zahlreichen Inseln bewundern. Auf der Fahrt konnten wir Seehunde (Phoca vitulina), einen Kanadareiher (Ardea herodias) und ein Nest mit einem jungen Weisskopfseeadler (Haliaeetus leucocephalus) beobachten. Ein Elternteil sass in einem Baum in der Nähe und beobachtete uns ganz genau . Und dann sahen wir eine Familie von fünf Orcas, die vor uns schwammen! Aber auch jetzt war der Abstand zu den Tieren gewaltig und gute Fotos waren schlicht und einfach nicht möglich. So liess ich das Fotografieren auch grösstenteils bleiben und genoss einfach nur den Anblick der Tiere. Der Gedanke, dass eigentlich Du der Wildlife Fotograf warst, macht es mir nicht leichter, die Kamera in die Hand zu nehmen .

Nach einer Weile verliessen wir die Orcas und fanden drei Buckelwale, darunter eine Mutter mit Kalb. Die Beiden tauchten hintereinander ab, so dass ich die Babyfluke und die Fluke der Mutter auf ein Foto bekam! Ich hoffe so sehr, dass Du mir in diesen Momenten irgendwo von da oben auf Deiner Wolke zuschauen kannst . Wir blieben rund eine Stunde bei den Buckelwalen und kehrten schliesslich nach Alert Bay zurück. Es war ein toller Ausflug!

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Weisskopfseeadler (Haliaeetus leucocephalus)Weisskopfseeadler (Haliaeetus leucocephalus)Weisskopfseeadler (Haliaeetus leucocephalus)Kanadareiher (Ardea herodias)Schwertwal (Orcinus orca)Buckelwal (Megaptera novaeangliae)Buckelwal (Megaptera novaeangliae)Weisskopfseeadler (Haliaeetus leucocephalus)Weisskopfseeadler (Haliaeetus leucocephalus)Weisskopfseeadler (Haliaeetus leucocephalus)Seehund (Phoca vitulina)

Am zweiten Tag hiess es dann früh aufstehen und wir wurden vom Boot der Tide Rip Bear Tours für die Grizzlybär Tour bereits um 6:40 Uhr in Alert Bay abgeholt. Das Wetter war gut und so sahen wir viel von der Landschaft. Nate war unser Skipper, der uns Richtung Knight Inlet schipperte und Ausschau nach Grizzlybären (Ursus arctos horribilis) hielt. Während der Fahrt wurden wir von Weissstreifendelfinen (Lagenorhynchus obliquidens) begleitet und trafen auf mehrere Buckelwale, die wir im ruhigen Wasser eine Zeitlang beobachteten.

Wir erreichten die Fjorde am Festland und Nate suchte die Küstenlinie nach Bären ab. Es war noch nicht Hochsaison für die Bären, da die Lachse noch nicht da waren und sie sich zur Zeit von Beeren und Algen ernähren. Doch dann trafen wir auf den ersten Bären: ein junger Bursche von etwa drei Jahren, der am Strand nach Nahrung suchte. Was für ein süsses Gesicht er hatte ! Und dann war auch wieder die Traurigkeit da, denn es war immer unser gemeinsamer Traum gewesen, Bären in freier Natur zu beobachten. Wir blieben eine ganze Weile bei diesem Bären und setzten dann die Fahrt bis ins Knight Inlet fort. Dort befindet sich eine der teuren Bären Lodges und ich war froh, dass ich dort nichts gebucht hatte. Im Juli ist es einfach noch zu früh und die Besucher der Lodge sahen in ihren Zodiacs genauso wenig Bären wie wir.

Wir machten dort eine Mittagspause und Nate stellte allerlei Zutaten für Sandwiches und Wraps auf den Tisch. Faye und ich machten uns einen Wrap und genossen dabei die Aussicht auf den Fjord und die Berge. Da es rund um das Knight Inlet keine Bären gab, fuhren wir langsam zurück und suchten andere Stellen ab. Und dann trafen wir doch noch auf eine Bärin mit zwei niedlichen kleinen Bärenkindern. Was waren das für süsse kleine Teddybärchen!! Es machte viel Spass, die Kleinen mit ihrer Mutter zu beobachten, auch wenn die Entfernung schon ganz schön gross war. Nichtsdestotrotz gelangen mir aber ein paar schöne Fotos, die ich eigentlich nur für Dich gemacht habe.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Weissstreifendelfin (Lagenorhynchus obliquidens)Buckelwal (Megaptera novaeangliae)Buckelwal (Megaptera novaeangliae)Buckelwal (Megaptera novaeangliae)Grizzlyär (Ursus arctos horribilis)Seehund (Phoca vitulina)Seehund (Phoca vitulina)Grizzlyär (Ursus arctos horribilis)

Nach einer Stunde machten wir uns dann auf den Rückweg nach Alert Bay und fuhren nochmals an dem Baum mit dem jungen Weisskopfseeadler vorbei. Diesmal konnten wir ihn gut sehen und ich freute mich über die Sichtung und das Foto. Wir haben zwar nur wenige Bären angetroffen, aber wir sahen immerhin welche und gerade die Bärenmutti mit den Kleinen war ein richtiges Highlight. Faye und ich waren sehr zufrieden mit unseren Wildlife Ausflügen!

Alert Bay hat eine grosse Gemeinschaft der First Nations, Kanada's Ureinwohnern und man findet überall die grossen Totempfahle. Sie werden aus einem Baumstamm geschnitzt und bemalt und haben eine reine soziale Funktion. Laut Wikipedia werden und wurden Totempfähle aus unterschiedlichen Gründen errichtet. Sie erinnern an Verstorbene, beherbergen gelegentlich die sterblichen überreste einzelner Personen und erzählen die Geschichte einer Familie oder repräsentieren die Stellung einer Familie innerhalb der Gemeinschaft.

Wir haben uns einige Totempfahle am Cultural Centre von Alert Bay angesehen, als wir noch genügend Zeit für die Fähre zurück nach Vancouver Island hatten. Das Centre selber habe ich natürlich nicht besucht – Du kennst mich Kulturbanause ja...

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Totem Pole Alert Bay
8. Juli 2018

Cathedral Grove

Lieber Gerd,

wir sind zurück auf dem Campingplatz bei Mike und Emily und genossen ein paar ruhige Tage.

Faye und ich fuhren an einem bedeckten Tag nochmals zur Cathedral Grove, wo ich nun ausgiebig im Märchenwald fotografieren konnte. Ich versuchte zumindest, mich daran zu erfreuen, aber so richtig gelingen will mir das alles nicht. Du weisst, wieviel Freude ich immer an Wäldern hatte... Zuhause, in Neuseeland oder auch in Tasmanien, aber zur Zeit ist es einfach bedeutungslos. Ein paar Aufnahmen gelangen mir aber dennoch und ich hoffe, dass ich später, wenn ich sie entwickel, mehr Freude daran haben werde.

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Cathedral Grove
11. Juli 2018

Historic Mail Flight

Lieber Gerd,

wir verbrachten einige Tage auf dem Campground bis ich mit Faye am 10. Juli nach dem Frühstück nach Campbell River fuhr. Dort hatten wir einen Flug mit Corial Air gebucht, die mit historischen Propeller Wasserflugzeugen die Aussenposten in den Fjorden anfliegen. Diese Siedlungen sind nur per Boot oder Flugzeug zu erreichen und noch heute wird auf diese Art und Weise die Post ausgeliefert. Unser Flug startete um 12:30 Uhr und wir waren neben unserer Pilotin Laura sechs Fluggäste.

Der erste Start in einem Wasserflugzeug! Und es war überhaupt nicht ruppelig, sondern sogar sehr sanft. Wir hatten einen perfekten Tag ohne starken Wind und so war der Flug zu unserem ersten Stop einfach nur herrlich. Die Landschaft sieht von oben schöner aus und erinnerte mich oft an die Fjorde von Norwegen. Es gibt viele kleine Inselchen mit schönen Buchten, kleinen Marinas und manchmal sogar sandige Strände. Nach rund einer halben Stunde erreichten wir eine kleine Gemeinschaft mit einem kleinen Anleger (leider habe ich den Namen vergessen) und Laura setzte das Flugzeug sanft aufs Wasser. Wow – das war ein toller Anfang!

Wir stiegen aus dem Flugzeug und selbst ich schaffte es über die Leiter, ohne ins Wasser zu fallen Faye und ich machten einen kleinen Spaziergang und nach rund 20 Minuten war es Zeit, zu unserem zweiten Ziel weiterzufliegen. Laura hob wieder sanft ab und wir flogen weiter über das Festland. Die verzweigten Fjorde, die man hier Inlet nennt, sahen von oben einfach grossartig aus. Wir flogen immer entlang an einem Fjord, bis wir schliesslich unser zweites Ziel erreichten und Laura wiederum sanft landete.

Diashow (Klick für grössere Bilder):

Diesmal blieben Faye und ich an Bord, während zwei der Gäste ausstiegen und hier in einer Lodge blieben. Nach kurzer Zeit ging es weiter und wir flogen nur auf die anderen Seite der Bucht, um von einer Luxuslodge zwei Gäste aufzunehmen. Das war ein sehr kurzer Flug mit vielen Kurven, aber es machte sehr viel Spass. Wir flogen nur knapp über dem Wasser – was für ein Spass! Es war fast wie damals auf den Falklandinseln...

Nachdem die neuen Gäste an Bord waren, flogen wir direkt zurück nach Campbell River, was etwa 35 Minuten dauerte. Nach rund 2.5 Stunden waren wir um 15 Uhr zurück und wir waren beide ziemlich glücklich. Der Flug war toll und die Erfahrung mit dem Wasserflugzeug wirklich aufregend. Und wieder dachte ich mir, wie sehr auch Dir dieser Ausflug gefallen hätte. Das sind dann immer die Augenblicke, die diese Erlebnisse für mich deutlich überschatten .

Wir übernachteten in Campbell River bei den Eltern von Fayes Sohn's Schwiegereltern, Kurt und Odette. Sehr nette Leute und wir verbrachten einen vergnügten Abend auf der Terrasse, wo wir am frühen Abend sogar Besuch von zwei Hirschen bekamen!

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19. Juli 2018

Tofino

Lieber Gerd,

nach unserer Rückkehr verbrachten wir einige Tage im Camp und machten Ausflüge an den Strand von Qualicum. Dort fand ein Wettbewerb im Bau von Sandskulpturen statt und Faye und ich bewunderten die kleinen und grossen Kunstwerke. Sie waren sehr aufwendig und detailreich gestaltet und es machte Spass, sie zu betrachten.

Am Sonntag schliesslich war es Zeit für einen 3-tägigen Ausflug an die Pazifikküste nach Tofino, wo ich für uns alle ein Haus gemietet hatte. So fuhren wir zusammen mit Thor auf dem Rücksitz nach Tofino. Die Fahrt dauerte rund 2,5 Stunden und wir machten eine Mittagspause in Port Alberni.

In Tofino erwartete uns traumhaftes Wetter, was dort nicht ganz selbstverständlich ist, da es an den Küsten von Vancouver Island sehr oft viel Nebel und Regen hat. So freuten wir uns alle über das tolle Wetter und zogen in das Haus ein. Es gab einen grossen Wohnraum mit voll ausgestatteter Küche, ein Schlafzimmer unten, ein Schlafzimmer oben sowie ein grosszügiges Badezimmer. Es war bereits später Nachmittag und wir assen etwas früher zu Abend, da ich mit Mike den Sonnenuntergang am Chesterman Beach fotografieren wollte.

Wir fuhren schliesslich gegen 20 Uhr die fünf Minuten zum Strand und wanderten hinüber auf Frank Island. Diese Insel kann man bei Ebbe gut erreichen und das abfliessende Wasser kreiert schöne Muster. Aber am ersten Abend entschied ich mich für eine kleine Pfütze im Vordergrund und machte dazu noch ein paar Teleaufnahmen. Der Ausflug hatte sich gelohnt und ich konnte Mike noch dazu ein paar fotografische Dinge erklären.

Den nächsten Tag verbrachten wir bei bestem Wetter am Chesterman Beach. Wir hatten Sandwiches und Gemüse für das Mittagessen dabei und Emily ging mit Mike tatsächlich in das kalte Wasser des Pazifiks! Sie schien die Kälte überhaupt nicht zu spüren. Ich glaube, selbst Dir wäre das Wasser zum Schwimmen zu kalt gewesen!

Nach dem Abendessen fuhren Mike und ich wieder zum Strand und suchten uns zum Sonnenuntergang eine etwas andere Stelle aus. Das Licht war wiederum sehr schön und wir konnten ein paar gute Fotos machen. Ich freute mich über die Fotos, wobei mir das Fotografieren doch sehr schwer fiel. Ohne Mike wäre ich wohl nur im Auto auf dem Parkplatz sitzen geblieben und hätte gar nichts gemacht!

Leider war es dann am zweiten Tag sehr neblig und wir hatten nur ein paar Sonnenstunden am Chesterman Beach. Durch den Nebel war es ziemlich frisch und wir fuhren bald zurück zum Haus, wo wir zu Abend assen und den Rest des Tages bei Wein im Haus verbrachten. Es blieb leider neblig, so dass wir diesmal keinen Sonnenuntergang fotografieren konnten.

Nach der dritten Nacht war unser Aufenthalt schon wieder vorbei und wir fuhren zurück zum Campground.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
TofinoChesterman Beach

Fortsetzung folgt...

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