Erongo Gebirge

12 Mai 2011

Weiterfahrt in den Erongo

Wir schliefen in der Tat viel besser und es war eigentlich die einzige Nacht, in der wir gut im Dachzelt geschlafen hatten. Dafür war heute das Zusammenlegen des Dachzeltes im Morgengrauen irgendwie umständlich und dauerte lange. Das ist wirklich etwas störend, wenn man morgens früh fotografieren möchte und erst das Dachzelt zusammenlegen muss. Die ruhige Idylle, die man in der Regel beim Camping haben soll, bezahlt man mit sehr viel Zeitaufwand und auch Arbeit. Irgendwie taugt dieses Camping für uns nix...

Wir fuhren zur Bull′s Party, wo bereits die anderen Fotografen auf die Sonne warteten, die aber nicht kam, weil es wieder sehr wolkig war . Immerhin schaute sie hin und wieder kurz durch die Wolken, so dass uns zumindest ein schönes Motiv gelang. Wir fuhren zurück zu den Rosenköpfchen und beobachteten sie dabei, wie sie ihre Jungen fütterten. Putzig!

Zurück auf der Campsite brutzelten wir unser letztes Frühstück, überraschenderweise wieder Ei mit Speck, Champignons und Bohnen. Wir packten die restlichen Sachen zusammen und machten uns alsbald auf den kurzen Weg zur Eileen Gästefarm am Rande des Erongo, wo wir uns schon sehr auf das Wiedersehen mit Rita und Frederick van Alphen freuten.

Die Fahrt führte uns einmal um das Erongo Massiv herum, da eine Durchquerung leider nicht möglich ist. Auf der Namibia Karte ist zwar eine Fahrstrasse quer durch den Erongo verzeichnet, aber Frau Kögl und auch später Frederick sagten, dass diese Pad seit ungefähr 1935 nicht mehr benutzt wurde! Auf der Fahrt bewunderten wir den Hohenstein mit seinen interessanten Strukturen und sahen endlich auch eine wunderschöne Gabelracke sowie einige Singhabichte auf den Telefonleitungen.

Die Anfahrt auf dem Farmpad zur Farm Eileen war schnell gefunden und ausgesprochen gut zu befahren. Die Pad hat bezüglich Befahrbarkeit einen schlechten Ruf, der aber so gar nicht gerechtfertigt ist. Die Strecke ist für 2x4 ausgelegt und sowohl für normale PKW und erst recht für geländegängige Fahrzeuge perfekt und einfach befahrbar – selbst heute nach dem vielen Regen! Es waren nun 7 km auf der Farmpad bis zur Gästefarm, die wir nach 15 Minuten erreichten. Rita erwartete uns bereits auf der Terrasse und begrüsste uns freudig. Frederick kam auch aus dem Haus und es gab eine allgemeine sehr herzliche Begrüssung. Wir freuten uns alle sehr über das Wiedersehen nach acht Jahren! Natürlich gab es sofort viel zu erzählen und wir sassen eine Weile am grossen Esstisch bei einem Apfelsaft. Es kamen noch andere Gäste an und wir bezogen unseren kleinen Bungalow. Die Zimmer sind geräumig und geschmackvoll eingerichtet mit einem schönen grossen Badezimmer. Unser Bungalow hatte noch einen Vorraum, den wir als eine Art Wohnzimmer nutzen konnten.

Diashow Farm Eileen (Klick für grössere Bilder):

Wir fühlten uns wohl wie immer und nutzten die Gelegenheit für eine erfrischende Dusche, bevor wir zum guten Spätnachmittagslicht eine kleine Wanderung auf einen Aussichtshügel machten. Von hier hat man einen grossartigen Blick auf diesen Teil des Erongo Kraters, der ruhig im schönen Abendlicht lag. Wir genossen diese Stimmung und gingen dann langsam zurück zur Farm.

Rita hatte sich mit dem Abendessen für ihre nun acht Gäste wieder mal selber übertroffen Es gab Brot, eine Pilzsuppe, Tomaten-Gurken-Salat, Reis, Nudeln, Gemüse und Ziegenfleisch. Gerade das Ziegenfleisch begeisterte, da es wesentlich besser schmeckt als europäisches Ziegenfleisch. Frederick erklärte, dass die Ziegen in Europa eher für die Milchproduktion gezüchtet werden und die Ziegen in Namibia ausschliesschlich Fleischziegen sind und dementsprechend anders schmecken. Es war wirklich ein tolles Essen, das wir bei einer Flasche südafrikanischen Sauvignon Blanc genossen.

Fredericks Erzählungen über das Leben auf der Farm und in Namibia waren erfrischend wie immer und so wurde es ein sehr fröhlicher Abend.

Highlight des Tages: das Wiedersehen mit Rita und Frederick

Diashow (Klick für grössere Bilder):
HohensteinErongo
13 Mai 2011

Erongo

Wir schliefen super gut diese Nacht – eigentlich die erste Nacht überhaupt, in der wir wirklich gut schliefen. Um halb sieben machten wir eine Wanderung am Farmpad entlang und genossen das warme und weiche Licht des Sonnenaufgangs. In dem Sand eines laufenden Reviers fanden wir frische Leopardenspuren – schon beeindruckend, wie gross die Tatzen dieser schönen Katzen sind. Schade, dass wir keinen Leopard gesehen haben, aber sie sind eben sehr scheu und befinden sich gerade in der Paarungszeit, wie uns Frederick später erklärte.

Schon vor dem Frühstück plauderten wir mit Frederick bis die anderen Gäste eintrafen und wir zusammen frühstückten. Rita hatte alles aufgetischt, was das Touristenherz begehrt: Müsli, verschiedene Sorten Aufschnitt und Käse, selbstgeräuchertes Fleisch, Rührei, Joghurt, Marmelade und sogar frische Brötchen.

Nach dem wir alle gut gesättigt waren, gab uns Frederick einen kleinen Überblick über die Geologie und Entstehungsgeschichte des Erongo bevor wir zu einer 2 1/2-stündigen Farmrundfahrt starteten. Was für ein Gegensatz zu 2003, als alles gelb und trocken war. Heute liefen alle Reviere, die Landschaft war grün und die Farben satt. Wir holperten über die Farmpads einen Hügel hinauf, von wo wir eine fantastische Aussicht über die Weite des Kraters hatten und Frederick uns einige Heilpflanzen der Buschmänner erklärte. Die meisten waren Magen- und Darmberuhigend

Wir fuhren weiter durch die schöne Landschaft bis Frederick anhielt und uns über das Wünscheln erzählte. Es wird nicht nach Wasser gewünschelt, sondern nach Brüchen in der Felsstruktur, in der dann oft – aber nicht immer – Wasser zu finden ist. Er hat mittels Wünscheln alle seine Bohrlöcher gefunden und nun sollten wir probieren, eine laufende Ader zu erwünscheln. Wir hatten das schon mal 2003 ausprobiert und Sandra war damals erfolgreicher als Gerd. Frederick zeigte uns, wie man die rechtwinklige Wünschel hielt und Gerd ging los. Tatsächlich bog sich die Wünschel leicht nach links als er den Felsbruch passierte ! Nun hatte es auch bei ihm geklappt . Bei Sandra schlug die Wünschel enorm stark bis fast über den Arm nach hinten aus ! Frederick meinte, es würde Menschen geben, die sensibler auf dieses Phänomen reagierten als andere und Sandra gehörte offenbar dazu. Stolz darüber probierte sie es ein weiteres Mal und dasselbe passierte erneut ziemlich heftig – es ist ein komisches Gefühl, über diese Bewegung in der Hand keine Kontrolle zu haben !

Auf der Rückfahrt sahen wir eine Gruppe weiblicher Kudus mit Kälbern und hoch am Himmel segelten zwei grosse Adler. Wir erreichten die Farm pünktlich zur Mittagspause, wo wir unsere Reste der Camping Vorräte assen, anschliessend Reisebericht schrieben und die Taschen für den Rückflug packten. Ja, leider sollte es schon morgen wieder zurück in die Schweiz gehen

Im schönen Abendlicht brachte uns Frederick auf den Hügel über der Farm, wo wir bereits 2003 Turmaline in Quartz geklopft hatten. Gerd hatte mir damals aus einem besonderen schönen Stück einen Anhänger fertigen lassen – bis heute (2018) trage ich immer noch ein Stückchen Namibia mit mir herum . Auch diesmal machte das Suchen und Klopfen mit dem Hammer viel Spass und wir fanden einige schöne Stücke Turmalin. Das Licht war gut und Frederick fuhr auf dem Rückweg einen Aussichtspunkt hoch über der Farm an. Die Sonne tauchte den Krater in ein warmes Licht und es ergaben sich interessante Strukturen durch die Schattenspiele. Das war er nun, der letzte Sonnenuntergang in der Natur in Namibia und etwas wehmütig kehrten wir zurück zur Farm.

Rita war sehr fleissig und hatte in der gemütlichen Grillgrotte ein Barbecue vorbereitet. Frederick machte ein grosses, ausgezeichnet brennendes Feuer, das Gerd staunend bewunderte Schnell waren Würste und grosse Stücke Zebrafleisch gebraten; dazu gab es Tomatensuppe, Squash mit Erbsen, Gemüse und Kartoffeln. Das Zebrafleisch war zart und sehr, sehr lecker und wir alle genossen das Essen und Fredericks Geschichten.

Viel zu schnell ging dieser letzte Abend vorbei und wir schliefen die letzte Nacht in Namibia.

Highlight des Tages: die Farmrundfahrt und Turmaline klopfen

Diashow (Klick für grössere Bilder):
14. Mai 2011

Abschied von Namibia

Der Morgen brach heran und Sandra ging allein auf das Plateau zum letzten Sonnenaufgang dieser Ferien; Gerd war noch sehr müde. Auf dem Weg hinauf traf sie auf Bambi, einer Kudu Kuh, mit ihrem kleinen Kalb. Bambi ist seit fast sieben Jahren auf dem Farmgelände und hat sich nie einer Gruppe angeschlossen, so dass sie Rita und Frederick schon richtig ans Herz gewachsen ist. Bambi beobachtete mich aufmerksam, aber ihr Kalb war weniger mutig, verschwand im Gebüsch und Bambi folgte ihr bald.

Der Sonnenaufgang war farbenfroh und Sandra schoss die letzten Fotos. Etwas wehmütig genoss sie noch die ruhige Morgenstimmung bevor sie zurück zum Haus ging. Es war schon recht trubelig, zwei weitere Gäste reisten ebenfalls heute ab und wir trafen uns alle auf einen Kaffee auf der Veranda. Bald darauf war Frühstückszeit und wir liessen uns Ritas Köstlichkeiten gemütlich schmecken.

Diashow (Klick für grössere Bilder):

Wir packten die letzten Sachen ein und dann hiess es bereits Abschied nehmen von Rita und Frederick, was uns allen sehr schwer fiel. Auch wenn wir uns selten sehen, ist doch der Kontakt nie abgerissen und wir haben sie und ihre Farm in unser Herz geschlossen. Es ist einfach ein so schöner und idyllischer Ort! Frederick beschrieb uns eine Umfahrung für das versandete Revier, das wir überqueren mussten und wo schon viele Fahrzeuge stecken geblieben sind und dann mussten wir wirklich los. Nach einer herzlichen Verabschiedung machten wir uns auf den rund 250 km langen Weg zurück nach Windhoek.

Unterwegs auf dem Farmpad gab es eine wahre Abschiedsparade: erst trafen wir auf einen Kudu Bullen mit seiner Herzdame, dann machten uns zwei kleine Dik-Diks die Aufwartung und einige Tokos flogen wie eine Begleitung neben uns her. Schnell erreichten wir die Umfahrung auf einem Farmpad und kamen danach nach Omaruru auf die Teerstrasse. Eine kurze Rast zum Mittagessen und der Rest der Strecke war schnell zurückgelegt bis wir um halb drei Uhr bei Frank am Tor ankamen. Der Kreis hatte sich geschlossen und nach etwas Plaudern fuhr Frank uns zum Flughafen.

Wir konnten wieder einen Upgrade in die Premium Economy ergattern; allerdings lag der Preis mit 3000 NAD deutlich höher als in Frankfurt mit 275 Euro. Aber der viel bessere Sitzkomfort war es uns wert. Es war bereits dunkel, als die Air Namibia Richtung Frankfurt abflog und unsere Ferien endgültig beendet waren. Wir schliefen die Nacht über sehr gut und landeten gut ausgeruht pünktlich in Frankfurt. Alles ging sehr schnell und bereits 50 Minuten später sassen wir im Zug nach Basel.

Es waren sehr schöne, erlebnisreiche zwei Wochen. Die Haupterkenntnis bleibt wohl, dass Camping für uns eine Art Hassliebe bleiben wird. Es hat zwar eine gewisse Freiheit und Unabhängigkeit, aber es ist eben auch viel Arbeit und ein erheblich höherer Zeitaufwand. Das Dachzelt und das Zusammenpacken war morgens, wenn wir noch in der Dunkelheit zum Fotografieren wollten, ein echt nervtötender Zeitfresser !

Highlight des Tages: der letzte Sonnenaufgang im Erongo

Wir hoffen, Euch hat der Reisebericht unterhalten und die Fotos gefallen! Alle Fotos von Namibia findet Ihr in den Namibia Fotogalerien auf unserer Webseite. Wenn Ihr mehr von unseren Fotos sehen möchtet und Ihr über Neuigkeiten informiert werden wollt, könnt Ihr in unserem Fotoblog bei SA*GA Photography ~ Moments in Light ~ den RSS Feed abonnieren oder Euch per E-Mail über neue Beiträge informieren lassen.


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