Vesterålen – Andenes

02. Oktober 2013

Umzugstag nach Andenes

Heute Nacht hatte ich endlich mal ausgezeichnet geschlafen, stand aber trotzdem ausgeschlafen um 6.00 Uhr auf und las Nachrichten mit einem leckeren Morgenkaffee. Es regnete immer noch und der Sturm war sogar noch stärker als gestern Abend.

Wir mussten heute abreisen und zu unserer letzten Unterkunft in Bleik weiterziehen. Ich war ein wenig traurig, da die Polarlichtvorhersage einen KP5 oder sogar KP6 vorher sagte, der Himmel aber bedeckt mit Regen und Sturm bleiben würde. Aber man wird sehen, unverhofft kommt ja bekanntlich oft

Die erste überraschung holte uns bereits ein, als wir in Andenes ankamen und beim Andrikken Hotel den Schlüssel für das Strandhaus in Bleik abholen wollten. Ich hatte die Reservierung per Email gemacht und alles schien in Ordnung, aber es gab keine Reservierungsnummer. Aber wir hatten Glück, da es Nebensaison ist und die Häuser nicht ausgebucht waren. Doch die freundliche Dame an der Rezeption bot uns zudem eine Alternative direkt in Andenes mit TV und WLAN an, dazu noch zu einem günstigerem Preis als das Haus in Bleik. Wir entschieden uns ohne zu zögern um, da die Wettervorhersage unverändert schlecht war und wir somit wenigstens etwas Unterhaltung mit TV und Internet haben würden. Beides wäre nicht notwendig gewesen bei gutem Wetter, da wir uns dann sowieso fast nur draussen aufgehalten hätten. So wählten wir Sea Cabin 11 der Sea Cabins Lankanholmen * und fuhren hinüber zum Hafen.

Diashow Vesterålen Lankanholmen (Klick für grössere Bilder):

Die Cabins sind geräumig mit einem Wohnbereich, Esstisch mit Stühlen, einer gut eingerichteten Kochnische, zwei Schlafzimmern und Bad mit einem schönen Blick nach Norden, was gut wäre, um Nordlichtaktivität zu beobachten. Es war im Grossen und Ganzen alles okay bis auf ein paar Kleinigkeiten: die Fussbodenheizung im Bad lief erst nach zwei Tagen, die Armaturen im Bad waren etwas lädiert, eins der Küchenmesser war mit Klebeband repariert und nicht so ganz sicher, die Matratzen könnten eine Reinigung vertragen genauso wie die Küche im Allgemeinen. Eigentlich sollte das alles bei dem Preis in Ordnung sein, aber wahrscheinlich ist einfach zu viel Durchsatz an Touristen hier. Aber es hört sich nun schlimmer an, als es war – die Cabin ist nicht dreckig oder unbrauchbar, nur eben nicht perfekt.

In der Zwischenzeit wurde es ziemlich stürmisch und wir gingen erstmal fürs Mittagessen einkaufen. Wir kauften ein halbes Kilo wunderbaren frischen Lachs, der super lecker schmeckte. Danach wollten wir sehen, wie die Wideroe Propellermaschinen in diesem Wind landen und suchten uns ausserhalb eine geeignete Stelle. Der Anflug sah am Anfang ruhig aus, wurde aber richtig wackelig, als die Maschine kurz vor der Landung Böen von der Seite abbekam und ziemlich wackelte Nicht sehr gut für meine Nerven – der Wind sollte ja ähnlich stark am Sonntag sein, wenn wir abfliegen

Danach fuhren wir nach Bleik und bewunderten den Blick über die Inseln und Küste. Als das Licht besonders dramatisch war, versuchten wir aus dem Auto zu kommen, aber der Sturm war zu stark, um die Tür zu öffnen! Gerd half mir, aber es war immer noch zu schwierig, in dem stürmischen Wind zu stehen. Ich machte zwar ein Foto, aber der Moment mit dem Lichtspot war vorbei. Was für eine verpasste Gelegenheit! Wir gaben kurz danach auf, da es selbst bei sonnigem Wetter unmöglich sein würde, ein Stativ für Langzeitbelichtungen aufzustellen und fuhren zurück zur Cabin nach Andenes. Wir genossen ein Glass Wein und ich arbeitete am Reisebericht, bis wir schlafen gingen.

Highlight des Tages: Mittagessen

03. Oktober 2013

Planungen für die nächsten Winterferien und etwas Spass in der blauen Stunde

Es gab absolut keine Veranlassung aufzustehen, da der Sturm draussen immer noch laut heulte, als ich aufwachte. Aber ich stand dennoch auf und schrieb bei mehreren Tassen Kaffee weiter am Reisebericht bis Gerd auch wach war und wir frühstückten. Wir verbrachten einen gemütlichen Morgen: ich plante und buchte unsere Ferien für den Winter 2014 in Norwegen während Gerd ausgiebig duschte und Nachrichten las.

Wir machten im Sturm einen Spaziergang hinüber zum Walmuseum, aber es hatte geschlossen – nicht wirklich überraschend zu dieser Jahreszeit. So kauften wir frisches Brot und Kuchen und gingen zur Cabin zurück, um zu Mittag zu essen. Was für ein langweiliger Tag!

Der Wind liess am Nachmittag ein wenig nach und wir fuhren zum Strand nach Bleik, wo ich ein paar Langzeitbelichtungen probierte. Es war nicht so einfach mit den Sturmböen und einige runinierten dann auch die Fotos. Aber es machte Spass und war etwas Abwechslung an diesem ereignislosen Tag

In der Zwischenzeit wurde unsere Winterunterkunft in Norwegen bestätigt und ich buchte zurück in der Cabin die Flüge ab Zürich. Ha, endlich etwa Aufregung – yay! Ich freute mich jetzt schon auf das kommende Wintermärchen und kann es kaum erwarten!

Wir dachten, wir könnten wegen der starken Polarlichtvorhersage noch einen Versuch starten und warteten am Strand von Bleik noch eine Stunde in der Dunkelheit, aber es war einfach zu bewölkt und es kein grüner Schimmer liess sich mehr blicken. Wir fuhren zurück und gingen wieder früh schlafen.

Highlight des Tages: die kurze Spielzeit mit den Langzeitbelichtungen

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04. Oktober 2013

Spass mit der Militärpolizei und Spielzeit am Strand

Als ich um halb sechs Uhr aufwachte, regnete es nicht und ich stand auf, um zu einem nahe gelegenen Strand zu fahren. Es war Ebbe und ich sah einen der schönsten Strände, die ich je gesehen habe, vor meinen Augen: purer sauberer weisser Sand, flaches türkis farbenes Wasser und eine herrliche Ruhe über den Schären auf dem Meer davor. Was für ein toller Start in den Tag! Ich erkundete glücklich den Strand und machte Fotos bis zum Ende der blauen Stunde. Als ich wieder zum Parkplatz die Böschung hoch kletterte, traf mich fast der Schlag! Der Himmel im Osten mit den Bergen des Festlandes glühte in einer verrückten orange-roten Farbe

Ich eilte zum Auto und versuchte so schnell wie möglich die nahe gelegenste Küste auf der Ostseite zu erreichen. Ich erreichte schliesslich einen kleinen Strand in einer Wohngegend in der Nähe des Flughafens. Ich baute Stativ und Kamera auf und konnte dieses fantastische Feuerwerk endlich fotografieren. Die Berge erhoben sich majestätisch und blau gegen den Himmel ab und über ihnen bildeten sich dunkle, dramatische Wolken. Dann tauchte plötzlich ein Auto auf und zwei junge Männer stiegen aus: die norwegische Militärpolizei!

Sie kamen zu mir und fragten, was ich fotografieren würde, da sich die Militärbasis in der Nähe befindet und mich Jemand gemeldet hatte ?!? Ich versicherte ihnen, dass ich die Anlagen nicht fotografiert hatte und zeigte ihnen die Fotos, die ich bisher gemacht hatte, auf dem Display (ich hatte gerade die Canon EOS 1D mk IV und das 300mm f4 in Gebrauch – nicht gerade die unauffälligste Kombo ) und sie wollten meinen Pass sehen. Kein Problem und ich lieh ihnen sogar noch einen Kugelschreiber, damit sie meine Daten notieren konnten

Danach entschuldigten sie sich für die Unannehmlichkeiten, lächelten freundlich und wünschten mir einen schönen Tag – ebenfalls, Jungs! Polizeikontrollen gehen also auch freundlich

Die Sonne brach nochmals durch die Wolken, nachdem die Jungs weg waren und ich war ziemlich happy über die Location und diesen feinen dramatischen Sonnenaufgang. Ich fuhr schliesslich zur Cabin zurück und wir frühstückten gemeinsam. Nach dem Frühstück wollte ich eine andere Location für den Sonnenaufgang suchen, die etwas weiter vom Flughafen entfernt war. Der kleine Bootshafen von Fiskenes sah vielversprechend aus und nach einer kurzen Inspektion fand ich ihn ideal für die kommenden Tage. Weit genug entfernt vom Militär sollte es auf jeden Fall sein!

Wir fuhren zurück, kauften im REMA1000 unser Mittagessen ein – Lachs, was sonst? und bereiteten ihn in der Cabin zu. Lecker! Das Wetter sah nun ziemlich freundlich aus, bewölkt mit einigen sonnigen Abschnitten. Wir fuhren an der Westküste entlang bis nach Nøss, wo wir auf der Hinfahrt vor zwei Tagen nach Andenes einige wunderbare Felsformationen an Sandstränden bemerkt hatten. Wir waren dann auch hoch erfreut, viele Felsen mit führenden Linien und kleinen Pfützen und Moortümpeln zu entdecken! Ich spielte mit meinen Weitwinkeln, Filtern und Langzeitbelichtungen und hatte mächtigen Spass dabei

Gerd machte Fotos von den Bergen in der Ferne und hoffte darauf, dass ein Seeadler vorbei schauen würde. Das passierte leider nicht, aber immerhin sahen wir zwei Adler hoch am Himmel kreisen.

Wir fuhren zurück nach Bleik und warteten auf die blaue Stunde, da der Sonnenuntergang ausfiel. Die Sonne war hinter einem dicken Wolkenband verschwunden und es gab keine Hoffnung mehr auf etwas Farbe. Aber das blaue Licht sah mit den extremen Langzeitbelichtungen und den dicken, dunklen Wolken sowie den Schären und Bergen hervorragend aus. Wir blieben, bis es dunkel war und kehrten zur Cabin zurück, wo wir zu Abend assen. Gerd fing schon mal an, einen Teil unseres Gepäcks zu packen während ich den Reisebericht schrieb und Fotos sicherte. Ja, der Abschied von Norwegen nahte mit grossen Schritten

Highlight des Tages: Sonnenaufgang und die Spielzeit am Strand

Diashow (Klick für grössere Bilder):
05. Oktober 2013

Ein verregneter letzter Ferientag

Der Wecker klingelte um viertel vor sechs Uhr und ich machte mich auf den Weg nach Fiskenes. Leider war es heute sehr bewölkt, es dröppelte sogar ein wenig und die Sonne konnte sich nicht durch die Wolken kämpfen. Aber trotzdem sah die Küste im blauen Licht mit den dunklen, dramatischen Wolken fantastisch aus, so dass ich es mir nicht nehmen liess, Fotos für ein Panorama zu machen. Es war ein kurzer, aber doch schöner Morgen und ich kehrte früher als gewöhnlich zum Frühstück zurück.

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Stave, wo wir an der Küste ein wenig wanderten, es aber aufgrund des schlechten Weges nicht ganz bis nach Hoyvika schafften. Aber egal – ich wollte am Nachmittag lieber nochmal zurück nach Nøss, um noch ein wenig mehr am tollen Strand zu spielen. Wir assen zum Mittag unseren letzten Lachs mit Gemüse und dann machten wir uns auf den Weg.

Aber wir wurden ziemlich enttäuscht, denn es fing just in dem Moment an zu regnen, wo wir in Nøss ankamen und es sollte nicht mehr aufhören. Wir warteten fast zwei Stunden im Auto, gaben dann auf und fuhren zurück zur Cabin nach Andenes.

Der Regen hörte überhaupt nicht mehr auf und wurde eher stärker, so gab es auch keine letzte blaue Abendstunde für mich

Gerd kochte unser letztes Abendessen, ich stellte den Reisebericht als Entwurf online und wir hatten einen entspannten letzten Abend mit TV und einer Flasche Weisswein.

Was für ein trauriger letzter Ferientag

Highlight des Tages: die blaue Stunde am Morgen

06. Oktober 2013

Abreisetag

Schon wieder nach Hause – oh nein ! Es regnete immer noch, als wir aufstanden und so packten wir unsere letzten Sachen, beluden das Auto und fuhren rüber zum Andrikken Hotel.

Wir hatten uns am letzten Tag für ein langes Frühstück im Hotel entschieden, bevor wir zum Flughafen mussten und dies war eine gute Entscheidung. Das Frühstück kostet 75 NOK pro Person, war aber jede Krone wert! Auf uns warteten viele leckere Sachen: Kaffee, Tee, Aufschnitt, Käse, Joghurt, Cornflakes, verschiedene Arten von Fisch und natürlich der geräucherte Lachs. Wir genossen das Essen ausgiebig und fuhren gegen 11 Uhr zum Flughafen.

Check-in war schnell und unkompliziert und die Wideroe Maschine hob pünktlich zum Flug nach Bodø ab. Es war ein langweiliger Flug, da wir unten aufgrund der dicken Wolken nichts sehen konnten. Wir hatten nur 30 Minuten im Transit in Bodø und flogen pünktlich zu unserem nächsten Ziel Oslo. Nun hatten wir fast drei Stunden Wartezeit im Transit und assen im selben Restaurant zu Mittag wie bereits auf der Rückreise im letzten Februar. Der letzte Flug nach Zürich war ebenfalls pünktlich, wir schnappten uns unser Gepäck und fuhren mit dem Zug nach Hause nach Basel.

Es waren wirklich wundervolle Ferien, die unsere Erwartungen übertroffen haben – besonders bezüglich der Nordlichter, aber auch aus Wettersicht. Wir sind sehr froh darüber, dass wir in so vielen Nächten Glück mit dem grünen Licht hatten und dass wir so viele feine Gutwettertage hatten! Norwegen ist ein fantastisches Land für Naturfotografie und wir zählen nun schon die Tage, bis wir im Februar 2014 wieder kommen können!

Wir hoffen, der Reisebericht hat Euch gefallen, danken Euch für Euer Interesse und hoffen, Ihr hattet etwas Spass beim Lesen unseres Reiseberichts . Alle Fotos von Norwegen findet Ihr in den Norwegen Fotogalerien auf unserer Webseite.

Ausserdem freuen wir uns über Euren Besuch unseres Fotoblogs mit aktuellen Fotos und Informationen über unsere Fotoprojekte: Fotoblog von Sandra Schaenzer

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