Namib Rand – Tiras Berge

29. Mai 2012

Namib Rand Tiras Berge – unendliche Stille und des Grillmaxe Meisterkurs

Wir standen um halb vier Uhr morgens auf, als der Mond untergegangen war und machten ein paar Fotos von der Milchstrasse über den Bergen. Dieser Anblick wird nie langweilig und ich bin immer wieder aufs Neue begeistert – sie ist so klar und deutlich sichtbar! Wir gingen zurück ins Bett, bis ich zum Sonnenaufgang nur ein paar Aufnahmen von unserer Veranda aus machte – es war ein entspannter Morgen.

Gerd kochte Tee und Kaffee, den wir auf unserer Veranda genossen und wir beluden danach den Hilux. Nun stand Frühstück im Restaurant an und wir trafen dort auf Beate und Michael, die im Chalet neben uns wohnten. Wir unterhielten uns nett über Fotografie und Namibia während wir ausgiebig frühstückten. Ich wollte noch meine E-Mails abrufen, doch das Internet funktionierte wieder nicht. Ich war darüber ein wenig verärgert, denn wenn sie schon 50 Namib Dollar für 24 Stunden verlangen (sonst war WiFi in allen Unterkünften – auch zukünftigen – immer gratis!), dann sollten sie auch dafür sorgen, dass es funktioniert. So konnte ich es nur gestern für 30 Minuten nutzen; nicht dass es superwichtig wäre, aber trotzdem ...

Die heutige Fahrt war kurz und nur 150 km lang bis in die Namib Wüste zur Koiimasis Ranch, wo wir das Chalet Schwalbennest für zwei Tage reserviert hatten. Die Route entlang der D707 gilt im allgemeinen als landschaftlich schönste Route Namibias und wir wurden auch diesmal nicht enttäuscht. Wir waren bereits 2002 in diesem Gebiet auf der Gästefarm Namtib und die Landschaft hatte uns schon damals begeistert. Die Tiras Berge ziehen sich auf der einen Seite entlang, während die roten Dünen der Namib auf der anderen Seite sind. Einfach nur schön und perfekt fürs Auge, aber zu dieser Tageszeit nicht so gut zu fotografieren. Wir erreichten bald den Abzweig zum Farmpad nach Koiimasis, der sich noch 20 km durch die Graslandschaft zog. Der Farmpad ist sehr gut und problemlos befahrbar und wir kamen bald an der Fest Inn Fels Lodge vorbei, die wir aber passierten und bis zur Camping Rezeption weiterfuhren. Dort wurden wir von Anke empfangen, die uns das Chalet und die Einrichtungen erklärte. Sie gab uns noch eine Lampe für die Nacht und wir kauften Eier und marinierte Oryx Steaks für Frühstück und Mittagessen.

Das Schwalbennest befindet sich drei Kilometer von der Farm entfernt und ist in die roten Granitfelsen eingebettet – eben wie ein Schwalbennest! Das Haupthaus ist geräumig mit zwei Betten, einem Tisch mit Stühlen, zwei Sesseln und einer voll eingerichteten Küche mit Gasherd und Gaskühlschrank. Solarenergie wird für die Beleuchtung gewonnen, aber es gibt keine Stromanschlüsse. Das Badehaus ist ein separates Gebäude knapp fünfzehn Meter entfernt; gross mit einer schönen Duschecke. Sehr ungewöhnlich, aber auch sehr schön!

Diashow Koiimasis Ranch Schwalbennest (Klick für grössere Bilder):

Wir brachten unsere Sachen hinein und Gerd machte Feuer, da wir bereits hungrig waren. Das Feuer brannte wunderbar und wir hatten bald Glut – Gerd hatte offensichtlich endlich seinen Grillmaxe Meisterkurs bestanden und so genossen wir bald unsere Oryx Steaks – sie waren köstlich!

Wir verbrachten den Nachmittag auf der Terrasse und liessen den Blick über die Ebene mit den Tirasbergen um uns herum schweifen. Eine landschaftlich schöne Ecke und absolut ruhig – ein kleiner Traum! Webervögel kamen zur Wasserstelle und wir hatten viel Spass daran, unsere kleinen gefiederten Freunde zu beobachten. Bald war es Zeit für den Sonnenuntergang und wir erkundeten das Gebiet. Es gab viele Fotogelegenheiten und das warme Licht meinte es sehr gut mit uns.

Wir waren immer noch sehr satt nach dem oppulenten Mittagessen und liessen daher das Abendessen heute aus. Wir sassen nur auf der Terrasse und bewunderten den Nachthimmel sowie die vom Halbmond beschienene Landschaft, die in völliger Stille lag. Die Fotos sehen eigentümlich seltsam aus mit einer wie von Tageslicht beschienenen Landschaft und dem Sternenhimmel darüber! Wir sahen ein Paar gelbe Augen und erfuhren von Anke am nächsten Tag, dass es sich um einen der zahlreichen Wüstenfüchse gehandelt hatte. Schliesslich gingen wir früh zu Bett, Stille macht müde

Highlight des Tages: das warme Sonnenuntergangslicht in den Tirasbergen

Diashow (Klick für grössere Bilder):
30. Mai 2012

Tiras Berge – die Magie der Sterne

Der Wecker klingelte um drei Uhr und wir schauten hinaus, wie der Nachthimmel aussah. Der Mond war nun unter gegangen, es war schön dunkel und wir konnten die Milchstrasse deutlich sehen. Ich machte ein paar Bilder mit den Bergen und der Milchstrasse und wir gingen wieder schlafen. Sonnenaufgang ist hier um 6:40 Uhr und die Landschaft und die Felsen wurden in ein absolut fantastisch weiches, rotes Licht getaucht. Ich war begeistert von den Möglichkeiten hier auf Koiimasis und fotografierte glücklich vor mich hin. Nach einer halben Stunde war das Licht schon zu hart und ich lief zurück zum Schwalbennest, wo wir Kaffee und Tee auf der Terrasse genossen. Es war nun nicht mehr so kalt wie in den Tagen davor und wir genossen die warmen Sonnenstrahlen.

Frühstück war einfach heute: Gerd haute fünf Eier mit etwas Salami in die Pfanne, dazu gab es eine Scheibe Brot. Fertig! Nach dem Frühstück trafen wir Anke, kauften Oryx Steaks zum Mittagessen und buchten eine Sternentour mit ihr am Abend. Darauf freuten wir uns jetzt schon! Zurück im Chalet, schrieb ich am Reisebericht und Gerd machte Feuer für das Mittagessen, was heute ein Klacks für ihn war! Mein Grillmaxe produzierte vier herrlich saftige Oryx Steaks, die wir uns bei einem Glas Wein schmecken liessen.

Ich duschte danach und machte einen kleinen Spaziergang, bis ich Empfang hatte, um nach Emails zu schauen. Dann passierte etwas für mich sehr Spezielles: ich stand ganz nah neben einem zwei Meter hohen Busch, als ein Zwergfalke mit Beute kam und anfing, seine Beute zu vertilgen. Ich hielt meinen Atem an und machte ein paar Fotos mit meinem Smartphone, um die Begegnung zu dokumentieren. Der Zwergfalke war bald fertig mit seinem Mahl und hüpfte dann sogar nochmal einen halben Meter näher an mich heran, um oben auf dem Busch zu posieren – er war nun weniger als drei Meter von mir entfernt! Nach ein paar Minuten flog der Falke davon und liess mich verblüfft zurück. Es war heute der Geburtstag meiner verstorbenen Mama – ich glaube fest daran, dass sie mir diese Begegnung mit dem kleinen Falken geschenkt hat. Es fühlte sich fast unwirklich an, wie in einem Traum.

Es war nun Zeit für das schöne Nachmittagslicht und wir fuhren einen Kilometer zum Parkplatz des Aussichtspunktes. Wir erklommen den kleinen Hügel und wurden mit einer tollen Aussicht über die Farm und die umliegenden Berge belohnt. Ein anderes Paar, Doro and Peter aus der Schweiz, waren auch da und wir fotografierten alle diese Traumlandschaft im tollen Licht. Die Luft war immer noch ziemlich diesig und wir erfuhren später von Anke, dass es in der Tat ein Gemisch aus aufsteigendem Wasser und Sand ist, das für diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich sei. Der Sonnenuntergang war schön, aber leider verschwanden die Farben danach sehr schnell im Dunst. Wir unterhielten uns kurz mit Doro und liessen unseren Kamerakram und die Stative bei ihnen, da wir noch kurz ins Schwalbennest mussten, um warme Kleidung und die Stirnlampen zu holen. Wir waren bald auf dem Hügel zurück, machten ein paar Fotos im Licht nach Sonnenuntergang und hatten eine angenehme Unterhaltung mit Doro und Peter über das Leben in der Schweiz.

Anke kam um kurz nach sechs Uhr hinzu und erklärte uns den Nachthimmel mit einem Laserpointer. Es war mega interessant, nun zumindest teilweise zu wissen, welche Sternkonstellationen wir jede Nacht am Himmel beobachten konnten. Wir lernten Orion, den Jäger mit seinen Hunden, kennen und machten die Sternzeichen Skorpion, Waage, Jungfrau, Löwe sowie die Wasserschlange aus. Sogar die Planeten Mars und Saturn waren mit blossem Auge zu sehen und der Mars schimmerte in einem schönen dunklen Rot am Nachthimmel. Sie erklärte auch, wie man den Stern des Südens bestimmen kann, was für Gerd sehr interessant war, da es wesentlich schwieriger ist als den Nordpolarstern zu bestimmen. Wir hatten eine tolle Zeit da oben und Anke erzählte dann über das Leben auf der Farm, das alles andere als einfach ist in dieser Halbwüste. Das Wasser wird aus 140 Meter Tiefe aus drei Bohrlöchern gepumpt, wovon nur eins wirklich ergiebig ist. Sie öffneten die Farm vor 15 Jahren für den Tourismus, um ein zweites Standbein zu schaffen und sie machen unserer Meinung nach einen wirklich guten Job, um die Balance zwischen Tourismus, Pferdezucht und Landwirtschaft zu halten. Plötzlich fiel Anke ein, dass sie vergessen hatte, den Duschkopf in unserem Badezimmer nach der Entkalkung wieder zu installieren und sie war total entsetzt und peinlich berührt. Wir mussten nur lachen, denn wir hatten den 'Zapfhahn', der aus der Wand kam, unter 'Dies ist eben Afrika' abgehakt und es ist uns gar nicht weiter aufgefallen!

Wir hatten nach unser Rückkehr ins Schwalbennest nur ein Sandwich zum Abendessen und sassen noch ein wenig draussen, um die Sterne zu beobachten. Kein Zeichen von Füchsen heute

Highlight des Tages: der Zwergfalke

Diashow (Klick für grössere Bilder):
31. Mai 2012

Zurück in die Kalahari – Die wunderbaren Damen des Teufelskrallen Tented Camp

Ich ging heute Morgen direkt auf den Hügel hinter dem Haus und wurde von der aufgehenden Sonne begrüsst. Es ist hier einfach ein wunderschöner Ort und die ohnehin schon braunroten Granitfelsen sehen im warmen Morgenlicht noch röter und fantastischer aus. Ich hatte Spass am Fotografieren der Steinformationen, während Gerd versuchte, ein paar Vögel auf die Platte zu bannen. Danach gab es Kaffee und Tee, Spiegelei und Brot auf der Terrasse. Wir waren ein wenig wehmütig, diese Unterkunft zu verlassen, aber wir mussten weiterziehen zu unserer letzten Station auf dieser Reise, dem Teufelskrallen Tented Camp in der Kalahari Wüste.

Wir fuhren zur Rezeption, um Anke zu treffen und die Rechnung zu begleichen. Wir hatten noch eine interessante Unterhaltung über giftige und weniger giftige Schlangen und über die Leoparden auf der Farm. Wir dankten ihr für alles und fuhren den Farmpad zurück zur D707.

Diashow (Klick für grössere Bilder):

Was wir auf unserer letzten Etappe bei der Rückkehr in die Kalahari erlebten, könnt Ihr im nächsten und letzten Kapitel lesen.


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