Sperrgebiet Rand Nationalpark

27. Mai 2012

Weiter nach Klein-Aus Vista – Wenn der Grillmaxe grillt...

Ich wachte kurz nach vier Uhr auf und schaute rasch nach draussen. Die Milchstrasse war nun genau über der anderen Seite des Canyons und ich nahm meine Kamera samt Stativ und belichtete einige Aufnahmen. Ich schaute danach kurz hinter den Bungalow und sah das andere Ende der Milchstrasse genau über den Köcherbäumen – das war mir natürlich auch noch ein paar Fotos wert! Schliesslich versuchte ich noch ein wenig zu schlafen und stand um 5:40 Uhr wieder auf, um die Köcherbäume gegen den schönen roten Morgenhimmel zu fotografieren – einfach nur wunderschön! Es war heute sehr windig und mir wurde schnell richtig kalt, so dass ich die Zeit bis zum eigentlichen Sonnenaufgang lieber im Zimmer verbrachte und die Fotos der vergangenen Nacht sicherte. Es gab heute Morgen etwas mehr Wolken und das Licht war daher nicht ganz so intensiv wie gestern, aber ich genoss den Anblick doch sehr. Es sieht einfach toll aus, wenn die ersten Sonnenstrahlen auf den Canyonrand treffen und dann langsam nach unten in den Canyon wandern. Ich war wirklich glücklich, dass wir diese Unterkunft ausgewählt hatten – sie ist absolut jeden Cent wert!

Wir gingen zum Frühstück, zahlten die Rechnung und verabschiedeten uns vom netten Personal. Es sind wirklich sehr nette und freundliche Leute hier und wir mussten noch einmal herzhaft lachen, als die Lady von der Rezeption erzählte, dass sie letzte Nacht unsere Kamera gesehen hatte. Sie wunderte sich über das rote Licht und war sich nicht sicher, ob es sich um ein Tier handelte. Sie warf sogar einen Stein auf MEINE Kamera und als sie sich nicht bewegte, ging sie näher ran, um das unheimliche Ding zu begutachten. Sie ging so nah heran, dass ich auf einem Foto ihren weissen Schal sehen konnte, worüber ich mich schon gewundert hatte !

Wir verliessen die Lodge und brauchten auf der Rückfahrt über den Farmpad diesmal nur eine gute halbe Stunde. Der Farmpad ist nicht so schlecht wie sein Ruf: er ist nur manchmal so eng, dass ein Ausweichen unmöglich ist, wenn ein anderes Fahrzeug entgegen kommt. Auf der anderen Seite sollte dies kaum passieren, da die neuen Gäste in der Regel aufgrund der Lage nicht vor Mittag da sind und die alten Gäste meistens wie wir direkt nach dem Frühstück weiterreisen.

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Wir erreichten die Teerstrasse B4 nach rund 100 Minuten Fahrzeit und fuhren Richtung Aus, wo wir die kommenden zwei Nächte im Eagle′s Nest Chalet * bei Klein-Aus Vista verbringen würden. Diese Gegend wurde letztes Jahr stark von den verheerenden Regenfällen getroffen und die Schäden sind immer noch deutlich sichtbar; die komplette Anfahrt zur Rezeption ist eine andere. Wir wurden von der Lady in der Rezeption willkommen geheissen und sie erklärte uns alles Notwendige über das Chalet und was zu beachten ist. Die Eagle′s Nest Chalets sind über eine sandige Piste in sieben Kilometer Entfernung zum Haupthaus zu erreichen und natürlich in die Berge einbettet. Ein 4x4 ist jedoch für die Sandpiste nicht unbedingt erforderlich, die Fahrt war einfach. Wir assen ein leichtes Mittagessen im Restaurant während wir auf unser Barbecue Package für den Abend warteten und fuhren dann zu unserem Chalet 'Desert Vista'.

Das Chalet ist super schön und in die Felsen hineingebaut. Der Wohn- und Schlafraum ist geräumig und gemütlich und es gibt eine eingerichtete Küche mit Gasherd, einem liebevoll gedecktem Tisch, ein Sofa und sogar einen Kamin. Der Braai Platz befindet sich vor der Veranda, wo es auch eine Wasserstelle für Vögel und einen kleinen Garten mit den typischen Wüstenblumen gibt. Strom kommt von den Solarpanels und es können nur Kameraakkus, Laptops oder Handys geladen werden. Wenn man einen Fön benötigt, muss man dafür zur Rezeption fahren und dort fönen. Nun, die Chancen stehen gut, dass die Haare während der Fahrt zur Rezeption bereits trocken sind . Was für ein friedvoller Ort und wir waren sicher, wir würden unsere Zeit hier geniessen.

Diashow Eagle′s Nest Chalet (Klick für grössere Bilder):

Wir parkierten das Auto, zogen ein und machten erstmal eine lange Pause und genossen den Blick in die unendliche Weite der namibischen Wüste. Kurz vor Sonnenuntergang machten wir einen kleinen Spaziergang, fotografierten die herrlichen roten Berge und wie die Sonne schliesslich als grosser roter Ball hinter den fernen Bergen unterging. Super schön!

Gerd machte Feuer und wir warteten bei einem Glas Wein darauf, dass aus dem Feuerholz Glut zum Grillieren werden würde. Aber es war wie die Geschichte mit dem Murmeltier, das täglich grüsst: es wollte Gerd einfach wieder nicht gelingen, genug Hitze zu erzeugen und ausser viel Qualm war lange Zeit kein Erfolg zu sehen . Letztendlich legten wir den Rost schräg in die Braaistelle und es gab doch noch ein leckeres Rump Steak mit Folienkartoffel und Salat und als Nachtisch ein Stück Kuchen. Das Braai Package war viel zu viel für einen Abend und wir hatten die Hälfte noch für den folgenden Tag übrig.

Die Kamera machte in der Zeit Sternspuraufnahmen und ich liess danach das Stativ draussen stehen, da ich heute Nacht Aufnahmen von der Milchstrasse machen wollte, nachdem der Mond untergegangen sein würde.

Highlight des Tages: Sonnenauf- und -untergang

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28. Mai 2012

Pferde sind böse...

Wir wachten in der Nacht auf, weil wir Geräusche hörten, aber wir waren nicht weiter beunruhigt, weil wir dachten, es wären die Feldmäuse auf der Suche nach Futter. Die Chalets sind aufgrund der Bauweise und der eingesetzten Materialen natürlich nicht 100% 'Maus-sicher'. Wir schliefen wieder ein und ich stand um vier Uhr auf, um einige Fotos von der Milchstrasse über den Bergen zu machen. Der Mond war nun untergegangen und die Sterne einfach nur wieder unglaublich schön! Doch als ich nach draussen zu meinem Stativ ging, fand ich es umgestürzt am Boden liegend ! Okay, ich hab′s halt wieder aufgestellt und versuchte in der Dunkelheit eine Bildkomposition zu finden und zu fokussieren. Genau deshalb hatte ich das Stativ stehen gelassen – ich hatte die gewünschte Ausrichtung noch im Hellen gemacht! Mir gelangen dann noch einige Belichtungen und ich legte mich wieder hin, bis wir gegen sechs Uhr aufstanden. Wir konnten draussen vor dem Chalet Tierspuren ausmachen und wir waren nun sicher, dass uns in der Nacht Pferde besucht hatten, in der Tüte mit dem Feuerholz gewühlt hatten und schliesslich mein Stativ umwarfen! Mein RRS Kugelkopf wies einige starke Kratzer von den Hufen auf, arbeitete nach einer gründlichen Reinigung jedoch wieder einwandfrei. Ich hab ja immer schon gesagt, dass Pferde böse sind – dies war nun der eindeutige Beweis für meine Theorie !

Wir nahmen das Auto und fuhren langsam Richtung Restaurant dem Frühstück entgegen. Wir hielten hier und dort an und trafen auf einen Oryx, der uns beobachtet und dann doch leider davon lief. Das Licht war heute nicht so schön wie gewohnt, da es immer noch diesig war und die Luft fern von klar. Wir denken, dass es aufgrund des starken Windes viel Sand in der Luft hatte, der die schlechte Sicht verursachte. So war es der erste Morgen, der aus fotografischer Sicht nicht so ergiebig war . Die Gegend und die Aussicht über die Landschaft sind mega schön, aber Fotografie ist ja nicht alles und wir genossen das Chalet, die Stille, den Nachthimmel und den Blick in die endlose Ebene sehr.

Wir erreichten das Restaurant und waren ob der vielen Gäste aus dem Haupthaus doch überrascht; Aus ist ja nicht gerade eine der Hauptattraktionen Namibias. Zum Frühstück gab es eine grosse Auswahl an Käse und Aufschnitt sowie die üblichen Cornflakes, Joghurt, Früchte, Brot und verschiedene Arten von Ei mit Speck und Würstchen. Das Internet war noch nicht verfügbar und wir fuhren bald nach dem Frühstück knappe 20 Kilometer Richtung Lüderitz bis Garub, wo die berühmten wilden Pferde leben. Die Anzahl der Wildpferde hat sich seit unserem ersten Besuch 2002 deutlich erhöht und so waren zwischen 30 und 40 Tiere am Wasserloch und rund um den Unterstand für die Besucher. Gerd machte einige Fotos und hatte damit seine liebe Mühe, da das Licht bereits sehr hart war und die Sonne nicht ideal stand. Wir beobachteten die Pferde zwei Stunden lang, wie sie spielten, kämpften und am Wasserloch tranken. Auf unserem Weg zurück zu Klein-Aus Vista, sahen wir einen schweren Unfall. Offensichtlich war am Fahrzeug ein Reifen geplatzt, das Auto hatte sich überschlagen und lag völlig zerstört auf dem Dach auf der anderen Strassenseite. Drei farbige Männer standen scheinbar unverletzt vor dem Auto. Wir fuhren so schnell es ging nach Aus zur Polizeistation, um den Unfall zu melden und Hilfe zu organisieren. Die Polizei war hilfsbereit, dankte uns und Hilfe wurde unverzüglich geschickt. Glück im Unglück für die Männer, dass der Unfall nur 15 km vor Aus passiert war!

Zurück in der Lodge surfte ich im Internet, schrieb ein paar Emails und wir fuhren zurück zu unserem gemütlichen Chalet. Gerd machte Feuer für unseren Lunch und er beobachtete ebenso eifrig wie grimmig sein Feuer . Er hatte heute mehr Feuerholz genommen und ja, es gab dann nach 90 Minuten genug Glut und Hitze, so dass wir unser Fleisch grillieren konnten, das wir mit dem restlichen Salat und Kartoffeln genossen. Den Rest des Nachmittags gingen wir ruhig an: wir genossen die Dusche, machten ein Mittagsschläfchen und entspannten auf unserer Veranda mit dem schönen Blick in die weite Ebene.

Eine Stunde vor Sonnenuntergang machten wir einen Spaziergang und Gerd widmete sich der Pflanzenwelt, während ich Ausschau nach attraktiven Bäumen als Vordergrund für die sonnenbeschienenen Berge hielt. Gerd war bald in derselben Ecke wie ich, als ich hörte, wie er rief: 'Schau, eine Katze!!' Und schon sahen wir eine Ginsterkatze (oder zumindest denken wir, dass es eine war ) eiligen Schrittes nicht weit vor uns die Ebene durchqueren und in den Felsen der Berge verschwinden. Wow! Ich fand dann doch noch einen schönen Baum für mein Sonnenuntergangsfoto und wir warteten entspannt darauf, dass die Sonne unterging. Es war immer noch diesig und das, was zwischen den Bergen in weiter Entfernung lag, sah fast aus wie Nebel. Die Sonne ging als grosser roter Ball unter und der Himmel verwandelte sich in ein rotes Feuerwerk. Was für ein toller Anblick!

Wir liefen langsam zurück und genossen den Rest des Sonnenunterganges von unserer Veranda aus und hatten nur ein leichtes Abendessen mit Sandwiches. Es war immer noch sehr warm draussen und der Halbmond schien sehr hell – eine tolle Stimmung.

Highlight des Tages: die Wildpferde von Garub

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29. Mai 2012

Namib Rand Tiras Berge – unendliche Stille und des Grillmaxe Meisterkurs

Wir standen um halb vier Uhr morgens auf, als der Mond untergegangen war und machten ein paar Fotos von der Milchstrasse über den Bergen. Dieser Anblick wird nie langweilig und ich bin immer wieder aufs Neue begeistert – sie ist so klar und deutlich sichtbar! Wir gingen zurück ins Bett, bis ich zum Sonnenaufgang nur ein paar Aufnahmen von unserer Veranda aus machte – es war ein entspannter Morgen.

Gerd kochte Tee und Kaffee, den wir auf unserer Veranda genossen und wir beluden danach den Hilux. Nun stand Frühstück im Restaurant an und wir trafen dort auf Beate und Michael, die im Chalet neben uns wohnten. Wir unterhielten uns nett über Fotografie und Namibia während wir ausgiebig frühstückten. Ich wollte noch meine E-Mails abrufen, doch das Internet funktionierte wieder nicht. Ich war darüber ein wenig verärgert, denn wenn sie schon 50 Namib Dollar für 24 Stunden verlangen (sonst war WiFi in allen Unterkünften – auch zukünftigen – immer gratis!), dann sollten sie auch dafür sorgen, dass es funktioniert. So konnte ich es nur gestern für 30 Minuten nutzen; nicht dass es superwichtig wäre, aber trotzdem ...

Was wir unter dem fantastischen Wüstenhimmel der Namib Wüste erlebten, lest Ihr im nächsten Kapitel.


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