Abenteuer Wildnis auf den Falkland Islands

In diesem zweiten Teil geht es um die restliche Vogelwelt auf Sea Lion Island, die wir entdecken durften. Hier geht es zum ersten Teil, wo wir unsere Erlebnisse mit den Pinguinen und See-Elefanten beschreiben: Pinguine und See-Elefanten auf Sea Lion Island

Truthahngeier (Cathartes aura falklandica)

Diesen stattlichen Geier aus der Familie der Neuweltgeier trafen wir in guter Fotodistanz überwiegend auf Sea Lion Island an. Der Truthahngeier wird zwischen 64 und 76 Zentimeter gross und wiegt 1-2 Kilo. Seine Spannweite kann bis zu zwei Meter reichen und sie sind damit eine wahrlich imposante Erscheinung am Himmel!

Wir hatten Glück und fanden an einem Nachmittag im nicht grellen Licht einen recht entspannten Truthahngeier, der eine Weile für uns posierte, bevor er sich wieder in die Luft erhob.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Truthahngeier (Cathartes aura falklandica)

Blauaugenscharbe (Phalacrocorax atriceps)

Die Blauaugenscharbe gehört zur Familie der Kormorane und war unser ständiger Begleiter bei den Pinguinen. Sie erreichen eine Körperlänge von 69 bis 74 Zentimeter und ein Gewicht zwischen 2,5 und 3,5 Kilo. Auf den Falklandinseln sind sie weit verbreitet und nicht gefährdet. Die Blauaugenscharben tauchen nach Nahrung, die aus Krustentieren und kleinen Fischen besteht.

In den Kolonien fanden sich bereits viele kleine hungrige Kormorankinder, aber einige Eltern schleppten auch noch eilig Nistmaterial heran. Wir konzentrierten uns auf Sea Lion Island fotografisch jedoch mehr auf die Pinguine, doch im nächsten Kapitel zu Bleaker Island findet ihr mehr Fotos dieser hübschen Kormorane.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Blauaugenscharbe (Phalacrocorax atriceps)

Falklandkarakara (Phalcoboenus australis)

Der Falklandkarakara, auch Johnny Rook genannt, ist ein ziemlich neugieriger Vogel, der auch gern mal die Nähe von Menschen sucht, um vielleicht einen Snack abzustauben. Schon 2008 wussten sie, dass die Besucher von Sea Lion Island ein Lunch Paket dabei haben und sie waren beim Essen ein ständiger Begleiter. Sie haben sogar gelernt, Frühstücksbeutel zu öffnen und man sagt, sie wären auch mit ganzen Tüten und heute auch mit Smartphones und kleineren Kameras weggeflogen!

Auch wir genossen die Nähe dieser schönen Vögel, die zwischen 58 und 63 Zentimeter gross werden und dabei ein Gewicht zwischen 1,3 und 1,7 Kilo erreichen. Die Weibchen sind wie bei vielen Falken grösser als die Männchen.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Falklandkarakara (Phalcoboenus australis)

Schopfkarakara (Caracara plancus)

Wir freuten uns sehr über mehrere Sichtungen des hübschen Schopfkarakaras, der nicht ganz so häufig anzutreffen ist wie der neugierige Falklandkarakara. Er ist ein falkenartiger Vogel mit einer Länge von 54 bis 66 Zentimeter und einer Flügelspannweite von bis zu 1,40 Meter.

Er gehört zu den etwas flugfaulen Vögeln und verbringt mehr Zeit am Boden als in der Luft und genau dort fanden wir ihn auch vor. Er blieb eine ganze Weile geduldig sitzen und wir beobachteten uns gegenseitig. Wir kamen auf eine gute Fotodistanz heran und uns gelangen ein paar Fotos dieses hübschen Vogels, über die wir uns sehr freuten.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Schopfkarakara (Caracara plancus)

Blutschnabelmöwe (Leucophaeus scoresbii)

Diese hübsche, mittelgrosse Möwe trafen wir öfter am Strand an, aber einmal posierte sie perfekt und laut schreiend auf einem Pfosten. Ein tolles Motiv! Sie wird bis zu 46 Zentimeter gross, wiegt ein halbes Kilo und ernährt sich von Aas, Vogeleiern und Küken (leider!!).

Wir trafen sie öfter an, als sie über den Pinguinkolonien kreisten und haben zum Glück nie gesehen, wie sie eins der niedlichen Küken angegriffen haben. Ein stattliches Motiv geben sie aber sicherlich ab.

Falkland Skua (Catharacta skua antarctica)

Diese dunkelbraune Skua gehört zu den Raubmöwen und mit 53 Zentimeter Körperlänge deutlich grösser als die Blutschnabelmöwe. Zu ihrer Nahrung gehören (auch wieder leider!!!) Pinguinküken, Vögel, Kaninchen und Fisch. Immerhin war sie wenig scheu und wir konnten sie aus nächster Nähe fotografieren.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Blutschnabelmöwe (Leucophaeus scoresbii)Falkland Skua (Catharacta skua antarctica)

Falklanddrossel (Turdus falcklandii falcklandii)

Die Falklanddrossel ist ein überhaupt nicht scheuer Bewohner in Gebieten mit Tussuck Gras. Dieser hübsche Singvogel wird bis zu 26 Zentimeter gross und erreicht ein Gewicht von maximal 85 Gramm – ein richtiges Leichtgewicht! Wie andere Drosseln auch ernähren sie sich von Früchten, Beeren, Würmern und Insekten.

Während wir einfach nur so im Gras sassen konnten wir sie oft beobachten und hin und wieder sowohl die Alt- als auch Jungvögel fotografieren. Sie sind recht neugierig und kamen immer mal wieder mit neugierigen Blicken näher. Es sind richtig schöne Vögel, an denen wir viel Freude hatten.

Schwarzkehl-Ammerfink (Melanodera melanodera)

Dieser hübsche Singvogel gehört zu den kleinsten Vögeln, die uns vor die Linse kamen. Er wird gerade mal 15 Zentimeter lang und wiegt nur ein paar Gramm. Seine Nahrung besteht überwiegend aus Samen, die er im Gras oder am Boden findet. Im Gras konnten wir ihn auch öfter erspähen und uns gelangen ein paar Fotos, mit denen wir zufrieden waren.

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Falklanddrossel (Turdus falcklandii falcklandii)Schwarzkehl-Ammerfink (Melanodera melanodera)Falklanddrossel (Turdus falcklandii falcklandii)Falklanddrossel (Turdus falcklandii falcklandii)

Flugunfähige Dampfschiffente (Tachyeres brachypterus)

Diese endemische Ente mit dem lustigen Namen konnten wir auf Sea Lion Island oft beobachten. Wie der Name schon sagt, ist sie flugunfähig und gehört zur Unterfamilie der Halbgänse. Sie erreichen eine Körpergrösse von 61 bis 74 Zentimeter und ein Gewicht zwischen 3,5 und 4,5 Kilo.

Es sind sehr territoriale Vögel und in ihrer Nähe ist immer viel Aktion. Wir konnten diese hübschen Vögel öfter an Süssgewässern beobachten, aber auch in flachen Meeresbuchten am Strand. Besonders niedlich waren hier auch wieder die kleinen Küken, die aneinander gekuschelt am Strand ein Sonnenbad nahmen – so herzig!

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Dampfschiffente (Tachyeres brachypterus)

Grosse Magellangans (Chloephaga picta leucoptera)

Diese grosse Gans gehört ebenso wie die Dampfschiffente zu den Halbgänsen und ist ein häufig anzutreffender Vogel auf allen Falklandinseln. Sie wird bis zu 65 Zentimeter gross und wiegt bis zu 3 Kilo. Wir konnten sie meist an denselben Stellen wie die Dampfschiffenten beobachten, aber irgendwie waren sie fast unser ständiger Begleiter

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Grosse Magellangans (Chloephaga picta leucoptera)

Kelpgans (Chloephaga hybrida malvinarum)

Die Kelpgans war die dritte Art der Halbgänse, die wir öfter beobachten konnten. Sie sind ungefähr genauso gross wie die Magellangänse und ernähren sich von Algen und Kelp. Wir hatten wieder Glück und trafen auf einen jungen Vogel der Kelpgänse, der am Strand seine Flügelchen streckte. Ein sehr hübsches, niedliches Vögelchen

Diashow (Klick für grössere Bilder):
Kelpgans (Chloephaga hybrida malvinarum)

Weitere Vögel

Neben den beschriebenen Vögeln konnten wir noch Austernfischer (Haematopus ater), Weissbürzel-Strandläufer (Calidris fuscicollis), eine Magellanbekkasine (Gallinago magellanica) und Falkland-Regenpfeifer (Charadrius falklandicus) beobachten und fotografieren. Bilder gibt es dazu in unserer Sea Lion Island Fotogalerie auf unserer Webseite.

Landschaftliche Highlights und die Flora

Die Landschaft von Sea Lion Island ist ziemlich unspektakulär und ich stellte diese Art von Fotografie eigentlich während des gesamten Aufenthalts zurück – hier auf den Falklandinseln standen eindeutig die Tiere im Vordergrund. Nichtsdestotrotz haben wir auf Sea Lion Island einige dokumentarische Aufnahmen gemacht, die ich hier vorstellen möchte.

Die Dünenlandschaft erinnert mitunter an Nordseestrände und wir suchten öfter in ihnen Schutz vor dem Wind für eine Pause. Es war zwar nicht wirklich kalt, doch der Wind blies beständig und das wurde nach einer Weile mitunter frisch. Eine typische Pflanze der Dünen ist das mit ihren hübschen gelben Blüten Weissliche Greiskraut (Senecio candicans), auf Englisch auch Sea Cabbage genannt.

Die Insel ist stark von Gräsern dominiert, wobei das Tussock Gras schöne Farbtupfer in die Landschaft zaubert und für nette Motive sorgte. Inmitten der Landschaft mit dem Tussock Gras finden sich Unmengen von Rote Krähenbeeren (Empetrum rubrum). Die leuchtend roten Beeren sind eine wertvolle Nahrungsquelle für Vögel, aber sie werden auf den Falklandinseln auch zu Marmelade verarbeitet und als Diddle-Dee in Souvenirläden angeboten. Gern reicht man sie auch zu Käse und Joghurt zum Frühstück.

An der höchsten Stelle der Insel, dem Bull Hill, befindet sich das Denkmal für die HMS Sheffield. Der Zerstörer kam im Falklandkrieg im April 1982 zum Einsatz. Am 4. Mai wurde das Schiff von zwei Lenkwaffen der argentinischen Luftwaffe getroffen und geriet in Brand. Bei dem Angriff starben 20 Soldaten und es gab 24 Verletzte. Am Denkmal setzte sich bei unserem Besuch ein Karakara in Szene und wir fanden in ihm ein nettes, schmückendes Beiwerk

Diashow (Klick für grössere Bilder):
HMS Sheffield MemorialGreiskraut (Senecio candicans)Krähenbeere (Empetrum rubrum)Tussuck Gras

Die ersten fast sechs Tage auf Sea Lion Island gingen mit vielen wundervollen Tiererlebnissen zu Ende und unsere Erwartungen waren bereits mehr als erfüllt.

Als nächstes sollte es für ein paar Tage auf die Nachbarinsel Bleaker Island gehen und was wir dort für Erlebnisse hatten, lest Ihr im nächsten Kapitel.

Gefällt Ihnen unsere Fotografie?

Wenn Ihnen unsere Arbeit gefällt, würden wir uns freuen, wenn Sie auf unserem Fotoblog unsere aktuellen Arbeiten verfolgen.

Affiliate Partner*

Hinweis: Alle externen Links zu Booking.com auf dieser Seite sind Affiliate-Links. Wir bekommen eine kleine Provision, wenn Ihr über den Link bucht.