La Palma – Kanarische Inseln 2017

21. - 30. November 2017

Weiterzug in die Inselmitte ins Aridane Tal

Am 21. November verliessen wir unser gemütliches Haus in Puntagorda und zogen weiter in die Mitte der Insel nach El Paso. Wir wählten diesen Ort, da wir von dort aus sowohl die Küste als auch die Ausgangspunkte mit Blick zur Caldera de Taburiente in kurzer Zeit erreichen konnten. Im Nachhinein waren wir mit der Wahl mehr als zufrieden, denn die 'Costa Plastica' mit den Bananenplantagen zwischen Tazacorte und Puerto Naos fanden wir äusserst hässlich und das Ambiente der Orte war auch nicht so unbedingt unser Fall . Aber trotzdem fuhren wir öfter nach Puerto Naos zum Essen oder genossen im Café auf der Promenade einen Barraquito, bis wir zum Sonnenuntergang unseren Platz an der Küste suchten.

Auf der Fahrt nach El Paso machten wir eine Pause am Aussichtspunkt El Time, wo man einen guten Blick über das Ariadne Tal von der Caldera über den Hauptort Los Llanos mit dem breiten Boulevard bis hin zur Südspitze der Insel und die Costa Plastica hat. Im Restaurant genossen wir ein Stück sehr leckeren Käsekuchen mit Milchkaffee und probierten den Barraquito, der uns hier aber nicht so gut schmeckte. Wir fanden die Preise im Vergleich zu anderen Bars und Cafés etwas überteuert, aber das liegt wohl an der Lage und dem Ruf

Nach einer Stunde Fahrt von Puntagorda aus erreichten wir in El Paso unsere Unterkunft für die kommenden neun Tage: die Casa Vieja in der Anlage Casastea, wo es insgesamt vier Wohneinheiten gibt. Nur wenige Fussminuten entfernt findet man einen grossen HiperDino Supermarkt, in dem wir uns optimal versorgen konnten. Unsere Casa Vieja hat einen schönen schattigen Innenhof mit Essplatz, den wir bis auf den einen Regentag gern nutzten sowie eine separate Sonnenterrasse mit Liegen. Im Haus gibt es eine grosse Wohnküche im kanarischen Stil, die ausser einem Backofen nichts zu wünschen übrig liess. Das separate Schlafzimmer ist ebenso gross mit bequemen Betten und ein geräumiges Badezimmer mit Dusche befindet sich am Ende des Hauses. Es gibt einen Fernseher mit Satelliten Empfang und Breitbandinternet sowie eine Waschmaschine und einen kleinen Pool zur gemeinsamen Benutzung. Wir fühlten uns hier sehr wohl und waren happy mit unserem gemütlichen Heim!

Diashow Casa Vieje (Klick für grössere Bilder):

Nachdem uns der Bauernmarkt in Puntagorda bereits gut gefallen hat, besuchten wir gleich am zweiten Tag den lokalen Markt in Los Llanos. Die Fahrt dorthin sind nur wenige Kilometer, aber die vielen Ampeln (die dazu noch lange Rotphasen haben!) und die wenigen Parkplätze machten es uns nicht ganz stressfrei. Dafür bot der Markt in der Halle aber alles an frischen Lebensmitteln, die das Herz begehrt – auch wenn nicht alle Stände besetzt waren.

Es gab alles an Gemüse und frischen Früchten, was die Insel hergibt sowie fangfrischen Fisch und Krustentiere, Gebäck und Weine sowie Liköre. Wir deckten uns mit frischen Gemüse und Obst sowie einem grossen Thunfischsteak ein und gönnten uns eine Packung leckere Mandelkekse für die kommenden Tage.

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Llano del Jable

In der Umgebung der Hochebene Llano del Jable verbrachten wir viele Morgende und fanden dabei immer wieder unterschiedliche Ansichten und Bildkompositionen. Angefangen vom Aussichtspunkt oben bis hinunter auf halbe Höhe ergeben sich nach wenigen Schritten immer neue Motive und die herrlichen kanarischen Kiefern liessen sich wunderbar einbinden. Sie boten mit ihrem frischen, hellen Grün einen wunderbaren Kontrast zur schwarzen Lava und der gewaltigen Caldera de Taburiente im Hintergrund.

Im Laufe der neuen Tage boten sich uns die unterschiedlichsten Lichtstimmungen, wobei der knallrote, dramatische Wetterumschwunghimmel sicher ein Highlight war. Aber auch die blaue Stunde, in der die Caldera eine unglaubliche Ruhe ausstrahlte oder attraktive, bunte Wolken boten immer etwas Abwechslung.

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Blaue Stunde

Was mich sehr häufig am meisten faszinierte, waren die Pflanzen, die sich im Laufe der Zeit ihren Platz in der Vulkanasche zurück erkämpft hatten. Vor allem das grossartige Grün hatte es mir angetan und ich konnte fast überall eine hübsche Pflanze für den Vordergrund finden. Es machte viel Spass, die Gegend zu erkunden und die Vulkanlandschaft auf sich wirken zu lassen. Zusammen mit dem Licht und den Wolken waren dies oft atemberaubende Momente in der Natur am frühen Morgen. Um nichts in der Welt möchte ich um diese Zeit noch im Bett liegen und diese fantastische Zeit verpassen!

Rund 30 Minuten nach Sonnenaufgang erreichen die ersten Sonnenstrahlen die Llano del Jable und die Kiefern werfen lange Schatten. Die Lava erscheint nun nicht mehr tiefschwarz, sondern eher braun und die seitlich stehende Sonne arbeitet die Strukturen an Rand der Caldera schön raus. Die Kiefern leuchten noch intensiver im warmen Morgenlicht und meine Freunde, die Kolkraben, sind auch schon da. Mitunter wirken die Fotos wie Gemälde, aber ist diese Landschaft nicht auch irgendwie ein Kunstwerk der Natur?

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Playa Los Guirres

Hier in der Inselmitte gibt es wesentlich mehr Möglichkeiten an der Küste fotografisch zu spielen, da die Steilküste am Eingang vom Aridane Tal endet. Ab hier dominieren Lavaküste und Lavastrände und damit verbunden, unendliche Möglichkeiten für kreative Fotos. Wenn es in den Bergen zu wolkig war, fuhren wir in rund 20 Minuten hinunter an die Küste bei Puerto Naos, wo wir am Anfang mehrere Nachmittage bis zum Sonnenuntergang verbrachten. Man kann dort sehr schön auf angelegten Wegen vom Strand am Leuchtturm Las Hoyas vorbei bis zum kleinen Ort La Bombilla laufen und zwischendurch immer wieder auf das Meer schauen oder auch mal die Füsse ins Meer halten. An der Bootsrampe von La Bombilla konnten wir zahlreiche Rote Klippenkrabben (Grapsus grapsus) bewundern und auch fotografieren. Man darf sich nur nicht bewegen, dann wuselt es plötzlich auf der gesamten Rampe und man sieht nur noch Krabben rennen ! Am Restaurant vom Playa Los Guirres tranken wir nur einmal einen sehr süssen Barraquito, aber der Gestank von altem Frittenfett lädt nicht wirklich zu einem weiteren Konsum ein...

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An einigen Tagen waren die Wellen sehr hoch und brachen sich spektakulär an den bizarren Lavafelsen. Gleichzeitig war es im Westen wolkig und das wechselhafte Wetter sorgte zum Sonnenuntergang für atemberaubende Lichtstimmungen. Die Wellen brachen sich über den Felsen und durch eine längere Belichtung konnte ich die Fliessbewegungen schön festhalten. Gleichzeitig fiel die Sonne doch noch durch ein Wolkenloch und ich konnte glücklich einen Sonnenstern einfangen. Auch hier war das Highlight der Wetterumschwunghimmel vor zwei Regentagen, als der Himmel nach Sonnenuntergang einfach anfing, in allen Farben zu leuchten und ein wahres Himmelsspektakel über uns herein brach. Ich hatte eine schöne Felsformation mit Loch gefunden und konnte mich dort so richtig austoben: an einem Tag mit dem farbenfrohen Himmel und an einem anderen Tag mit einem Sonnenstern – einfach nur traumhaft! Gerd wurde an einem Nachmittag von einem geduldigen Graureiher besucht, der geduldig für ihn posierte

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Klippenkrabbe (Grapsus grapsus)

La Palma tagsüber

Lange, anstrengende Wanderungen kann Gerd nicht mehr machen und so erkundeten wir die Insel tagsüber auf kleineren Etappen, was uns aber auch völlig genügte – so richtige Wandervögel waren wir nie Am meisten beeindruckt haben uns auch dabei die Lavafelder der Llano del Jable sowie unsere Spaziergänge an der Küste. Einige Aussichtspunkte auf die Ost- und Westküste waren auch ganz nett, hinterliessen aber keinen bleibenden Eindruck. Doch unser Tagesablauf war stets auf die schönen Stunden am frühen Morgen und am Spätnachmittag ausgerichtet, so dass wir es tagsüber ruhig angehen liessen und relativ wenig unternahmen . Hier nun ein paar Eindrücke.

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Blick zur CumbrecitaMirador Llano de las VentasBlick ins Tal Aridane

La Cumbrecita

Die Cumbrecita war ein weiterer fotografischer Spielplatz, den wir absolut genossen. Da wir in der Regel morgens noch im Dunkeln am Parkplatz ankamen und um kurz vor halb neun Uhr wieder auf dem Weg zum Frühstück waren, mussten wir keinen der raren Parkplätze reservieren. Möchte man zwischen 8:30 Uhr und 16 Uhr zur Cumbrecita, muss man vorab online einen der rund 20 Parkplätze reservieren und die Reservierung ausdrucken. Diese wird unten an der Strasse kontrolliert und die Schranke geöffnet. Eine Kopie muss im Auto sichtbar deponiert werden, da der Ranger genau kontrolliert und die Bussen streng sind. Wir haben diese Parkerlaubnis nur einmal gebraucht, als wir an einem Nachmittag zum Mirador Lomo de las Chozas wanderten und bis zum Sonnenuntergang oben blieben. Den Aussichtspunkt fanden wir nicht lohnenswert, da es eher ein 'Seh-Nix-Punkt' ist: zu viele Kiefern versperren den Blick auf die wunderschöne Caldera de Taburiente ! Unser Highlight war daher auch der kleine furchtlose Turmfalke (Falco tinnunculus), der geduldig auf einem Ast posierte – niedlich !

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La CumbrecitaTurmfalke (Falco tinnunculus)Roque Idafe

Schöner fanden wir den Mirador de Los Roques, wo ich den Sonnenuntergang fotografierte, während Gerd seine Standpunkte auf dem Kraterrand suchte. Das Licht war an diesem Abend intensiv und die Felsen sowie die Kiefern in der Caldera leuchteten in intensivem Orange, während das Licht sich langsam über die Caldera senkte. Tief unter mir konnte ich den markanten Felsen Roque Idafe ausmachen, der im Gegenlicht leuchtete. Der Fels ist seit 1994 Naturdenkmal und eine knapp einhundert Meter hohe Felsnadel aus vulkanischem Basalt. Es war ein unfassbar schöner Anblick und während der gesamten Zeit war ich am Mirador völlig allein – und das zur schönsten Zeit des Tages!

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Zu guter Letzt gab es an diesem Abend auch noch einen Wolkenfall über der Cumbre Vieja – allerdings in der 'falschen' Richtung: die Wolken flossen von West nach Ost den Berg hinauf ! Aber ich genoss den Anblick im allerletzten Sonnenlicht des Tages und freute mich sehr über diese Aufnahme!

Häufiger waren wir allerdings morgens auf der Cumbrecita, wenn das erste Licht des Tages die Caldera in ein wunderbares rosarotes Licht taucht, bis die ersten Sonnenstrahlen die Bergspitzen küssen. Was mich speziell faszinierte, waren die intensiven Farben, die wohl auch dem Mondlicht geschuldet waren. Die Kiefern leuchteten fast unwirklich grün und wieder mal sahen die Fotos aus wie ein Gemälde! Und genau wie beim Jable war ich auch hier wieder sehr dankbar, dies erleben zu dürfen und diese Zeit nicht zu verschlafen. Vor allem der letzte Morgen auf der Cumbrecita war beeindruckend und wir freuten uns schon auf unsere Wiederkehr!

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Ja, Wiederkehr! Wir hatten uns entschlossen, die letzten vier Tage, die wir eigentlich im Osten der Insel bei Puntellana verbringen wollten, abzusagen und nochmals nach El Paso zurück zu kehren. Glücklicherweise war ein Apartment in unserer Anlage frei und wir freuten uns bereits auf unsere Rückkehr.

Fototräume

Zu guter Letzt noch ein paar Impressionen vom Playa Los Guirres und dem Llano del Jable. Wir erlebten dort einfach atemberaubende Stimmungen, die wir aus vollen Zügen genossen.

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Llano de JablePlaya Los Guirres

Nach diesen schönen neun Tagen im Zentrum der Isla Bonita zogen wir um in den Süden in das ruhige Dörfchen Los Quemanos. Was wir dort erlebten, könnt Ihr im folgenden Kapitel lesen .

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