Drakensberg – Golden Gate

24. Mai 2015

Weiter zum Golden Gate Nationalpark

Ich stand kurz vor sechs Uhr auf und blieb heute in der Nähe vom Chalet. Ich wollte heute nur Teleaufnahmen machen und dafür musste ich mich nicht weit vom Chalet entfernen. Der Sonnenaufgang war wunderschön an diesem Morgen und ich genoss diese wundervollen satten Farben nochmals aus ganzen Zügen. Der Blick über die Cathedral Peaks ist einer der schönsten in den Drakensbergen und ich saugte praktisch jede Minute in mich auf.

Nach einer Tasse Kaffee im Chalet, gingen wir ins Restaurant zum Frühstücken. Gerd wählte noch einmal die Eggs Didima und ich hatte mich so schön an das Full English Breakfast gewöhnt! Wir packten die letzten Sachen, beluden das Auto und machten uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Golden Gate Nationalpark.

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Die Fahrt war problemlos und wurde nur durch eine lange Baustelle unterbrochen, wo wir fast 25 Minuten Wartezeit in Kauf nehmen mussten. Das war aber nicht weiter schlimm, da wir zeitig unterwegs waren. Alles in allem waren es nur 2.5 Stunden Fahrt zum Golden Gate Hotel, wo wir kurz nach der Mittagszeit eincheckten.

Wir hatten wieder ein Chalet gebucht, in das wir bereits einziehen konnten. Der Raum ist recht gross mit einem Bett, Tisch und Stühlen, einer eingerichteten Küche und einem Schlafzimmer, dass wir als Büro umfunktionierten Der Standard war trotz der höheren Kosten nicht so hoch wie in den Unterkünften vom KZN Wildlife: an diese Sisal Teppiche werde ich mich nie gewöhnen, im Hauptraum gab es nicht eine einzige Steckdose, während es im kleineren Zimmer gleich 10 Anschlüsse gab und das Badezimmer war sauber, aber lieblos. Das Hotel wird von den SAN Parks betrieben und wir mussten zusätzlich zum Zimmerpreis noch 960 Rand Conservation Fee zahlen – wow, das war eine Menge Geld!

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Wir brachten das Gepäck ins Chalet, assen ein leichtes Mittagessen in der Lounge und starteten zu einer Scouting Tour. Es gibt zwei Rundfahrten, die man mit der Conservation Fee Permit fahren durfte und wir klapperten beide langsam ab. Wir sahen ein paar Tiere wie Zebras, Gnus und einige Vögel, doch ein Turmfalke im schönsten Nachmittagslicht war dabei unser persönliches Highlight. Ich fand die Landschaft schwierig zu fotografieren und war nicht wirklich glücklich damit.

Am Ende machte ich ein Foto des bekannten Brandwag Buttress Felsen direkt vor dem Hotel und kehrten nochmals an eine Stelle am Oribi Drive zurück, von sich einen toller Blick auf eine markante Felsformation anbot. Der Sonnenuntergang war sehr schön und die Farben im Westen einfach nur famos – aber ich konnte keinen guten Standpunkt finden So blieb mir nur die Hoffnung auf die nächsten Tage und einer hoffentlich erfolgreichen Suche nach passenden Standorten.

Wir fuhren zurück zum Hotel, entspannten uns mit Wein und Bier auf der Terrasse bis es dunkel war und assen zu Abend. Gerd hatte eine Überraschung parat: zartes Rinderfilet mit Tomatensuppe als Vorspeise und beides war ausgesprochen lecker! Nach dem Abendessen gingen wir hinüber in die Hotel Lobby und surften ein wenig im Internet, bis es Zeit war, ins Bett zu gehen.

Highlight des Tages: öhm – Sonnenaufgang?

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Schabrackenschakal (Canis mesomelas)Schildwida (Euplectes ardens)Schwarzkehlchen (Saxicola torquatus)Steppenzebra (Equus quagga)Felsenfalke (Falco rupicolus)Brandwag Buttress
25. Mai 2015

Golden Gate

Kurz vor sechs Uhr fuhren wir zu demselben Standort wie gestern Abend los. Es war eine spontane Entscheidung, als wir die wunderbaren roten Wolken im Osten sahen, die sich hervorragend gegen die Felsformation machen würden. Dieser Plan ging auch voll auf und die Dämmerungsfotos der Felsen gegen den blutroten Himmel sahen fantastisch aus. Wir waren auf einem kleinen Plateau und die schönen Muster im Felsen eigneten sich wunderbar als Vordergrund für die Berge und die attraktiven rosa farbenen Wolken darüber. Die Farben waren mal wieder unglaublich und wir staunten wieder mal darüber, was allein die Natur an Spektakel schaffen kann!

Die Sonne ging auf und die Berge glühten zunächst wieder dunkelrot bis die ganze Landschaft in goldenes Licht getaucht war. Wir packten schliesslich die Ausrüstung zusammen und fuhren die beiden Rundfahrten auf der Suche nach Tieren ab. Aber die Tiere schliefen noch oder waren irgendwo anders – typisch für uns; nie wirklich Glück mit dem Tierleben!

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So fuhren wir zurück ins Chalet und machten Frühstück, das wir im warmen Sonnenschein genossen. Gerd war der Küchenchef und zauberte Spiegeleier mit Speck, Müsli, Kaffee und Toast mit Marmelade und Käse auf den Frühstückstisch. Am heutigen Montag wollten wir die Lebensmittel für die restliche Zeit unserer Selbstversorgung besorgen und machten uns nach dem Frühstück auf den Weg nach Clarens. Der kleine Ort ist akkurat sauber mit vielen Galerien, Touristencafes, einem Supermarkt und einer Tankstelle.

Wir parkierten am Supermarkt, erledigten die Einkäufe und kauften beim Metzger ein Kilo wunderbares Rinderfilet. Ein Besuch in der Bäckerei und Volltanken machten die Einkaufsliste komplett und wir fuhren zurück.

Gestern Abend hatten wir uns noch mit einem älteren, deutschen Ehepaar unterhalten, die uns uns von einer Nebenstrasse erzählten, wo sie viele Tiere gesichtet hätten. Wir hatten nichts anderes vor und wollten es dann auch versuchen. Wir fuhren Richtung Harrismith bis Alma, wo der Abzweig zur S22 beginnt. Die Staubpiste stieg zunächst steil bis zu einer Passhöhe an, wo es wunderschöne Felsformationen zu bestaunen gab. Kurz darauf sahen wir auch die ersten Blessböcke sowie Zebras und wir hielten alle paar Meter für Schnappschüsse an. Es gab auch viele Vögel, doch war das Licht trotz der Wolken immer noch viel zu hart. Wir genossen aber dennoch diesen Ausflug, machten am Wegesrand eine Mittagspause und fuhren dann langsam wieder zurück zum Chalet.

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Steppenzebra (Equus quagga)Termitenschmätzer (Myrmecocichla formicivora)Blessbock (Damaliscus phillipsi)

Mehr Fotos von den Vögeln der Drakensberge gibt es in unserer Drakensberg Vogelfotogalerie auf unserer Webseite.

Auf dem Hotelgelände gab es viele Vögel und wir lockten sie mit ein paar leckeren Sonnenblumenkernen an. Wir hatten schnell Erfolg und viele Zweifarbstare, Rotschwingenstare, Termitenschmätzer und ein Paar Cabanis-Webervögel fanden sich überglücklich zum unverhofften Abendessen ein. Einige der Kleinen waren noch Jungvögel und bettelten die Alttiere an, die sich auch geflissentlich kümmerten – was sind dies einfach nur für liebenswerte kleine Vögelchen

Wir hatten viel Spass mit den Vögeln, bis es an der Zeit war, zur Sonnenuntergangsstelle zu fahren. Auf unserem Weg begegneten uns noch weitere hübsche Vögel, Zebras und ein Gnu in weiter Entfernung. Unser Plan ging gut auf und der Himmel verfärbte sich eine Viertelstunde nach Sonnenuntergang blutrot. Es war eine gute Entscheidung und wir kehrten zufrieden zurück ins Chalet.

Zum Abendessen bereitete Gerd ein leckeres Geschnetzeltes aus dem Rinderfilet mit Salat zu, das wir bei einem Glas Rot- und Weisswein genossen. Etwas entspanntes Surfen im Internet und ein Bad waren ein entspanntes Ende eines schönen Tages. Wir gingen mit viel Vorfreude auf den morgigen Tag zeitig zu Bett...

Highlight des Tages: ich weiss nicht, was ich sagen soll... aber... Sonnenaufgang!

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Maskenweber (Ploceus velatus)Kapweber (Ploceus capensis)Zweifarbstar (Spreo bicolor)
26. Mai 2015

Sentinel Peak

Noch in der Dunkelheit fuhren wir den Blesbock Loop bis zu unserem ausgewählten Standpunkt für den Sonnenaufgang hinauf, aber wir konnten schon früh sehen, dass es heute nichts werden würde. Der Himmel war völlig klar – bis auf die dicke Wolkenbank im Osten, die sowohl das schöne rote Glühen als auch das erste goldene Morgenlicht verdeckte. So liessen wir diesen Sonnenaufgang aus, fuhren zurück ins Chalet und frühstückten. Das war auch gar nicht so schlecht, denn wir hatten für heute einen Ausflug zum Sentinel Peak geplant und wollten früh starten.

Wir fuhren um kurz nach neun Uhr los und erreichten nach rund 20 Minuten die weitläufige Stadt Phuthaditjhaba, die wir auf dem Weg durchqueren mussten. Aber es war eine gute Fahrt ohne Unterbrechungen und wir erreichten bald die engere, gepflasterte Strasse Richtung Sentinel und hielten am Gate an. Wir mussten dort 30 Rand pro Person zahlen und setzten die Fahrt immer den Berg hinauf fort.

Der gepflasterte Teil endete, wo der Abzweig zum Hotel war und wurde zu einer unbefestigten 4x4 Strecke. Es gab ein paar sehr steinige und schlechte Abschnitte, meist an Steigungen, was aber für unseren treuen Nissan kein Problem darstellte – einfach drüber bürsten Auf der Hälfte der Strecke gab es eine Baustelle und es scheint, als sollte die gesamte Strasse befestigt werden. Leider hatte gerade ein Lastwagen eine volle Ladung Sand für die Arbeiter auf die Strasse gekippt und wir mussten warten, bis eine Schneise für die Autos freigeräumt war. Der Minibus vor uns blieb trotz 4x4 im tiefen Sand stecken, kam aber durch die tatkräftige Unterstützung der Passagiere sehr schnell weiter. Ich nutzte einfach meinen 4L Gang und rollte fröhlich winkend durch den weichen, tiefen Sand

Wir kamen endlich oben an, parkierten das Auto, registrierten uns im Mountain Book und zahlten nochmals 60 Rand pro Person für die Wandererlaubnis. Die Ausblicke über den Sentinel und die umliegenden Berge waren atemberaubend und wir konnten schon den Zickzack Pfad den Berg hinauf ausmachen. Wir liefen los und der Aufstieg war überhaupt nicht anstrengend, trotz der Höhe von 2500 Meter. Der Pfad war teilweise gepflastert, aber überwiegend uneben und steinig und doch sehr einfach zu begehen. Wir erreichten einen ersten Aussichtspunkt, von wo aus wir unsere nächste Unterkunft, das Thendele Upper Camp, tief unten im Tal des Royal Natal Nationalparks sehen konnten!

Die Aussichten waren einfach nur unbeschreiblich fantastisch und wir genossen diese Wanderung sehr. Wir erreichten einen zweiten Aussichtspunkt, aber ich habe mich nicht getraut, den Pfad bis zum Ende zu gehen, weil der Pfad sehr eng mit einem Abriss zu meiner Linken war. So stand ich da mit Herzklopfen und zitternden Knien und fühlte mich wieder wie der letzte Depp und Feigling !!! Doch auch von unserem Standpunkt aus war die Sicht eindrücklich – diese schiere Steilheit und Schroffheit des Amphitheaters ist beeindruckend!

Wir gingen immer weiter aufwärts und um eine Felsnase herum, bis dann für mich die Wanderung endgültig beendet war Der Pfad war an einer Stelle abgerutscht und ich hätte ungefähr 1,5 Meter auf die andere Seite springen müssen. Leider ging es rechts sehr steil abwärts und ich habe mich SCHON wieder mit zitternden Knien nicht getraut! Ein falscher Schritt und das wäre es Ich war SEHR enttäuscht, hauptsächlich weil jeder andere Wanderer diese Stelle offensichtlich gut passieren konnte und nur ich wieder der einzige Depp weit und breit war ! Ich war dementsprechend ziemlich übellaunig und traurig... So assen wir dort unsere Sandwiches zu Mittag und gingen langsam zurück zum Parkplatz. Wir machten ein paar Panorama Fotos auf dem Weg, da uns die Ausblicke ein ums andere Mal fesselten.

Wir kamen schliesslich am Parkplatz an und fuhren langsam zurück. Der Sand war immer noch da und immer noch tief und weich, aber auch diesmal war es kein Problem für den Nissan. Während der Rückfahrt hielten wir hin und wieder für Fotostopps an, bis wir zum Hotel abbogen, wo wir uns die Aussicht ansehen wollten. Das Hotel wird gerade völlig erneuert und die neuen Chalets und Bungalows sehen sehr gut aus. Sie befinden sich genau am Abbruchrand mit einem prächtigen Ausblick über das Amphitheater. Wir unterhielten uns kurz mit der Dame an der Rezeption und waren fest entschlossen, hier das nächste Mal zu buchen, wenn wir in der Gegend sind. Dies ist ein klares Muss!

Wir fuhren weiter heimwärts und passierten wieder Phuthaditjhaba, das am Nachmittag wesentlich wuseliger war. Aber auch diesmal war es kein Problem und wir erreichten schnell die Strasse Richtung Clarens. Die Berge auf dem Weg wurden wunderschön vom goldenen Nachmittagslicht angestrahlt und wir machten eine Menge Fotopausen. Am sehr windigen, fast stürmischen, Ende des Tages fuhren wir die Stelle vom Morgen am Blesbock Loop an. Es war ziemlich schwierig, unter diesen stark windigen Bedingungen zu fotografieren, aber ein paar Sonnenuntergangfotos gelangen mir dennoch. Am Ende war ich mit meinen Fotos ziemlich glücklich und wir fuhren zurück zum Chalet.

Gerd entspannte sich, während ich den Reisebericht schrieb und wir gingen schliesslich zum Abendessen hinüber ins Restaurant. Das war jedoch eine ziemliche Enttäuschung, denn die Karte bestand nur aus Burgern, Wraps und Sandwiches .

Gerd entschied sich für ein Rindfleisch Wrap und ich für ein Hühnchen Wrap, da wir beide nicht so gern Burger essen. Die Wraps waren kalt, der Salat kam ohne Dressing oder Öl und die Pommes waren übel labberig.

Zum Trost nahmen wir auf unserer Veranda noch ein letztes Glas Wein, bevor wir zu Bett gingen.

Highlight des Tages: die grossartigen Ausblicke am Sentinel Peak

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Sentinel Peak
27. Mai 2015

Weiter nach Thendele (Royal Natal)

Ich wollte nach der gestrigen Enttäuschung nicht aufgeben und wir standen unverdrossen wieder um halb sechs Uhr auf. Wir fuhren zu dem Aussichtspunkt, ich ging hinüber auf das Felsplateau und wurde kurz darauf vom wundervollen, roten Glühen des Sonnenaufgangs begrüsst. Der Himmel im Osten sah perfekt aus an diesem Morgen und mir gelangen verschiedene Bildkompositionen mit dem Gras, den kleinen Steinen und der Oberfläche der Felsen. Nachdem ich 15 Minuten gewartet hatte, ging die Sonne auf und das Licht wurde atemberaubend schön! Die Hügel schienen im Rot-Orange geradezu zu glühen und die ganze Landschaft sah aus wie ein Traum. Es war eine wunderschöne Farbexplosion und ich machte glücklich meine Fotos.

Wir kehrten ins Chalet zurück, Gerd holte etwas Schlaf nach und ich surfte in der Hotellobby ein wenig im Internet. Wir machten Frühstück und genossen es im warmen Sonnenlicht. Da wir heute weiterreisen würden, teilten wir die Aufgaben und Gerd räumte die Küche auf, während ich schon mal das Auto mit den fertigen Sachen belud. Als ich im Bad war, hörte ich Gerd plötzlich laut brüllen. Da stand tatsächlich ein Pavian halb in unserem Zimmer und Gerd hatte ihn mit lautem Geschrei verscheucht. So weit, so gut... Ich war dann fertig im Badezimmer und räumte die Reste vom Frühstückstisch auf. Als ich einen leeren Teller zu Gerd brachte, fragte er mich, was ich denn mit der Butter gemacht hätte. Die Butter???? Offensichtlich war der Pavian IM Zimmer gewesen und hat die Butter vom Teller geklaut!!! Mein Mobiltelefon lag daneben und ich war ziemlich erleichtert, dass sich dieser hässliche Kerl nicht dafür interessiert hat! Wir mögen Paviane gar nicht, denn sie sind aggressiv und eigentlich nur lästig.

So checkten wir endlich aus und fuhren los Richtung Harrismith zu unserem nächsten Ziel, dem Thendele Camp im Royal Natal.

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Im nächsten Kapitel geht es weiter mit der wunderschönen Landschaft und den entzückenden Vögeln des Royal Natal Nationalparks.

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